Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 9-10 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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155 nung der großen Erweckungen in Amerika und andern Ländern und deren Bedeutung heißt es: „Was aber besonders zu merken ist in Bezug auf die Judenmission, ist dies, daß die Verheißungen des alten , Testaments nicht sowohl den Heiden, als vielmehr den Juden gegeben sind. Die Verheißungen in Jesaia, Joel und Sacharia find alle dem jüdischen Volke gegeben. Wenn wir daher sehen, daß der heil. Geist ausgegossen wird, so soll uns dies antreiben, zu flehen und zu bitten, daß der Tag komme, wo dieser himmlische Regen die Zerstreuten Israels trifft." ... „Ich erwähnte, daß ihr einige tüchtige Arbeiter verloren habt.... Als ich in Jerusalem war, besuchte ich einst vr. Macgowan. Ich unterhielt mich mit ihm, sah ihn in seinem Werk ruhig, ernst, liebenswürdig, verständig, voll Einsicht und Geist und brennender Liebe zu Israel; aber einer noch heißeren Liebe zu Christo. Jetzt stehen wir an den Gräbern dieser Männer Gottes. Was aber sollen wir von ihnen lernen? Daß wir bereit sein hinzugehen und desgleichen zu thun. Denn was ist das für ein Jünger, der nicht bereit ist, Alles für Christum hinzugeben? ... In der Apostelgeschichte lesen wir die Nachricht von dem Tode der beiden ersten Märtyrer, St. Stephanus und Jakobus. Die Erzählung von dem Märtyrerthum St. Stephanus ist lang und ausführlich . .. aber der Tod des Jacobus wird in den wenigen Worten erzählt: Herodes tödtete Jacobum, Johannes Bruder, mit dem Schwert. Was können wir von dieser Ungleichheit der beiden Erzählungen lernen? Aus der einen mußte die erste Kirche lernen, daß Gott bei seiner Gemeine ist im Leben und im Tode; er ist ihnen nahe, er tröstet sie, er öffnet ihnen die Thür des Himmels; er zeigt ihnen in dem dunkelsten Augenblick den Glanz der himmlischen Herrlichkeit; und daß wir, wenn wir unser Leben hingeben, nur desto triumphirender in das ewige Leben eingehen. In der Kürze der andern Erzählung wird uns die Lehre gegeben, daß wir, ohne die Ehre des Märtyrerthums zu suchen und zu wünschen, bereit sein sollen, unser Leben für Christum hinzugeben. Wenn es auch in Wirklichkeit nie von uns gefordert wird, sollen wir doch stets bereit dazu sein. Was geben wir nun um Christi willen hin? welche Selbstverleugnung üben, welches Opfer bringen wir? Lasset uns