Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 9-10 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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134 wenn Gott so für England eingetreten ist, so müssen besondere Ursachen für solches Eintreten sein; und wenn nach meiner Meinung eine Ursache handgreiflicher als die andere ist, so ist es die, weil England, seitdem es protestantisch geworden, der Freund und Beschützer der Juden geworden ist. ES ist eine Thatsache, die nie vergessen werden sollte, und die ich immer wieder gern ins Gedächtniß zurückrufe, daß der erste aristokratische Patron dieser Gesellschaft — der erste Mann von hohem Range, welcher es für eine Ehre hielt seine Krone damit zu schmücken, daß er diese Anstalt unter seine Oberaufsicht nahm, der eigene geliebte Vater unsrer eigenen geliebten Königin war, der Herzog von Kent; —und wenn die Verheißung, -,ich will segnen, die dich segnen," in den letzten Zeiten jemals in einem Beispiele buchstäblicher erfüllt worden ist, als in dem andern, ist sie nicht am Buchstäblichsten an dieser ausgezeichneten Persönlichkeit erfüllt worden? Gott gab dem Herzoge von Kent den besonder» Segen, daß er in seinen letzten Stunden, wie ich wohl weiß, zu dem Fuße des Kreuzes geführt wurde, so daß er nicht in die Ewigkeit ging sich auf einen Rang stützend, oder auf eine unbestimmte Idee der Barmherzigkeit Gottes vertrauend, oder sich auf irgend eine gute That verlassend. Als er sich in der Unruhe des Gemüths, wie sie vor dem Tode einzutreten pflegt, besorgt um das Zukünftige äußerte, und sein Arzt ihm zuflüsterte, daß er so große und gute Dinge gethan hätte, daß kein Grund zur Furcht vorhanden sei, so war seine Antwort: „Sie irren; wenn ich selig werde, so werde ich nicht als ein Prinz selig, sondern ich werde selig als ein Sünder." Gelobt sei Gott, wenn der Fürst und der Edelmann nicht weniger, als der Bauer und der Bettler so vor dem Kreuze Christi tief in den Staub gebeugt werden; denn eö ist kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, wodurch der Fürst und der Bauer, der Niedrigste und der Höchste selig werden kann, als allein der Name Jesus Christus. Und ist nicht der Segen des, der Israel gesegnet hat, auf des Herzogs geliebtes Kind übergegangen und vererbt worden? Wie sonderbar, daß aus der ganzen, einst so zahlreichen königlichen Familie nur das eine junge schlichte Kind, wie sie es war, als ihr Vater stgrb, für den Thron zurückgelaffen werden sollte! Und wie führte