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Dibre Emeth · 1860-01-01 · 9-10 (1860) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
16 (1860)
Issue
9-10 (1860)
Date
1860-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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131 selbst Matth. 22,29. zu ihnen sagte: Ihr irret, und wisset die Kraft Gottes nicht, noch die Schrift u. s. w. Denn also sagten sie in ihren Herzen: Es ist kein Gott. Darnach waren sie vom Geiz, Heuchelei, Unglauben verderbet und ein Gräuel worden in ihrem Wesen und nahmen den Rath des dürftigen Christi und seiner armseligen Apostel nicht allein nicht an, sondern verdammten ihn auch auf eine schimpfliche Art. — Wer wird demnach Jsräel Heil geben? Aber aus Zion. Antwort: Niemand, big der Herr selbst die Gefangenschaft seines Volkes wenden wird, nämlich desjenigen Volks, das nach dem Fleisch Israel ist, und anjetzo in der allergrößten, längsten und übelsten Gefangenschaft unter allen gehalten wird; das da sowohl dem Leibe, als dem Geiste nach gefangen ist. Und nach diesem Erempel verhält sich's auch gleicherweise mit dem Gefängniß seines Volks, es sei was vor eins es wolle, wenn es auch gleich nicht nach dem Fleisch Israel und Gottes Volk ist. Denn wo der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Ps. 127,1. — Er setzet aber hinzu: aus Zion, daß er damit anzeige, es solle weder diesen noch irgend andern Menschen ein ander Heil gegeben werden, außer dem, das in Christo ist, welches in Zion ist gegeben worden, und das von dort sich in die ganze Welt ausgebreitet hat. Und durch dieses Heil sollten die Juden zu Christo bekehret werden, ob sie gleich vor jetzo wider ihn raseten. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Und Gott kann sie ja wohl wieder einpfropfen. Röm. 11,23. Dahero ist das Wüthen einiger Christen (wenn die anders noch Christen können genannt werden) verdammlich, welche meinen, sie thun Gott daran einen Dienst, wenn sie die Juden auf das gehässigste verfolgen, alles Böse über sie denken, und bei ihrem beweinenswürdigen Unglück ihrer noch mit dem äußersten Hochmuth und Verachtung spotten, da sie vielmehr sollten, nach dem Erempel dieses Psalms und Pauli zu Röm. 9 von Herzen über sie traurig sein, sie bedauern, und ohne Unterlaß für sie beten. Gewiß diese möchten Paulum hören zum Röm. 11, 19: Rühme dich nicht wider die Zweige; rühmest du dich aber wider sie: so sollst du wissen, daß du die Wurzel nicht trägst, sondern die 9*

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