Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 7-8 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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109 ernster Ruf an uns ist, für das ein offenes Auge zu haben, waS der Herr thun wird — geduldig auf die Art und Weife zu warten, in welcher der Herr feine Verheißungen erfüllen wird, und in der gegenwärtigen Zeit zu suchen, das Werk des Herrn zu thun. Wie Eure Lordschaft glaube auch ich, daß es dargethan werden kann, daß die Juden ein solches Recht auf ihr Land haben, wie es der älteste Pair in diesem Lande nicht hat. Und was ganz gewiß ist, ist das, daß bei uns nur sehr wenige Landeigenthümer, welche ihre Güter nach den ältesten und unbezweifelsten Urkunden besttzen, Lust haben würden, ihre Eigenthums-Urkunde zu veröffentlichen und sie anderen zu zeigen. Aber die Eigenthums-Urkunde der Juden ist in euren Händen, ihr könnet selbst darin forschen und ich fordere Jeden heraus, einen Fehler darin nachzuweisen. Jetzt ist es für uns an der Zeit, unsere Anstrengungen zum Heile der Uebriggebliebenen nach der Wahl der Gnaden zu verdoppeln — die Gebete und die Sympathie für das Volk Gottes wach zu rufen. Wir haben heute in dem Berichte von der Wirkung der Sympathie gehört, und ich muß sagen, daß, wenn es weniger Spott über die Juden und mehr Sympathie für die Juden gebe — mehr Theilnahme an ihren Sorgen und Prüfungen, man weit christlicher handeln und sie damit weit eher zur Erkenntniß Gottes bringen würde. Ich meine auch, daß unsere Zeit besonders eine solche ist, wo wir größere Sorgfalt auf die Entfernung aller Anstöße auf dem Wege der Juden verwenden sollten, wo wir sorgfältiger denn je sein sollten, in unfern Gottesdienst nichts einzuführen von dem, was ich gestern als Trödelwaare der Chiliasten bezeichnen hörte. Ich bezeichne sie nicht gern als solche, doch möchte ich sie in ihren Folgen als noch schlechter bezeichnen, als selbst den Bilderdienst der römischen Kirche, und ich hoffe, daß nicht allein die höher Stehenden kühn gegen die Einführung solcher Dinge zeugen werden, sondern auch, daß, obschon ich ebenso entschieden wie jeder Andere die Einmischung des Pöbels zurück weise, welcher mit seinem Betragen wie mit Worten zeigt, daß er nicht von christlichen Grundsätzen und religiösen Gefühlen geleitet wird, unsere Mittelklassen sich wie ein Mann vereinigen werden, um zu zeigen, daß, wenn ihnen irgend Etwas