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Dibre Emeth · 1860-01-01 · 5-6 (1860) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
16 (1860)
Issue
5-6 (1860)
Date
1860-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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95 Sie war bei der Familie eines Rabbiners im Dienst, hat aber ans eigenem Antriebe diese Stelle aufgegeben, und ist bei einer christlichen Familie. Ich gebe ihr nun regelmäßigen Unterricht. Möge es dem Herrn gefallen, ihr zum geistigen Leben zu verhelfen. Sehnsucht nach der Bekehrung Israels. Mel. Herzliebster Jesu! was hast du rc. 1. Messias, heil'ger Herr und Gott! wie lange, Wie lang' ist noch dem armen Herzen bange?' Wann wirst du, Heil'ger Israels! erscheinen Deiner Gemeinen? 2. Auf deine Zusag' sehen wir zurücke, Und wieder vorwärts richten wir die Blicke; — Wie starren unsre Augen in die Ferne Nach Jakobs Sterne! 3. Sag', Wächter! ist die Nacht noch nicht vergangen, Die Jakobs Aug' mit Finsternitz umfangen? Naht nicht der Aufgang Israel zu grüßen Mit Liebes-Küssen! 4. Sag', Wächter! stehest du nicht Morgenstrahlen In dieses Todesthal herniederwallen? Sag'! kannst du nicht des lieben Tages Grauen Im Osten schauen? 5. Ich stehe hier von Gottes Wort getragen, Auf Gott vertrau' ich, sonst müßt' ich verzagen; Mein müdes Aug' erquickt kein Tages- Schimmer, Licht seh' ich nimmer. 6. Ach, Wächter, wie betrübst du meine Seele! O, wüßtest du, wie ich die Stunden zähle! Ich hörte, ach so gern! aus Deinem Munde Die frohe Kunde. 7. Harr' in Geduld! es kommt zuletzt die Stunde, Da dir der Wächter bringt die frohe Kunde; Da wird dein Herz den treuen Amen preisen In neuen Weisen. , 8. Doch nicht gebührt Dir Zeit und Stund' zu wissen; Dein Herz soll gläubig Gottes Rath umschließen, Bis einst mit dir die heil'gen Wächter oben Den Herren loben. 9. Und ob du stirbst und hast es nicht geschauet, Doch hast du nicht umsonst auf Gott getrauet, Hast nicht umsonst die Thränensaat gesäet, Zu Gott gestehet.

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