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Dibre Emeth · 1860-01-01 · 3-4 (1860) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
16 (1860)
Issue
3-4 (1860)
Date
1860-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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die Engländer aufnimmt, denn an den meisten Orten würden sie sich fürchten an unserer Seite zu sitzen, mit Traktaten und Büchern in Händen. Nach mehreren Complimenten erwähnte einer des — von der — in Hebron, eines ercentrischen Mannes, von welchem man sagt, daß er im Begriff sei, in ein Kloster zu gehen. Dies führte zu der Frage in Betreff der Mönche und Einsiedler, und ob Menschen ihre Seelen selig machen können, wenn sie sich in Höhlen zurückziehen und allein leben. Einer von den gegenwärtigen Juden meinte, daß hierin keine Sünde sei, sondern daß man ganz recht thäte, ein solches Mittel zu ergreifen, wenn man ohne dasselbe den Satan nicht überwinden könne. Wir, Stern und ich , behaupteten, daß die Erfahrung die Erfolglosigkeit solcher Maßregeln bewies, daß das Herz des Menschen verkehrt ist, und daß er dieser Verkehrtheit nicht dadurch entgehen kann, daß er sich in eine Höhle einschließt. So wurde das Gespräch auf den für die Juden höchst wichtigen Gegenstand gelenkt, den Weg zur GerechtUeit, bei welchen Gelegenheiten sie wunderbar geschickt sind, den Hauptpunkten bei dieser Sache auszuweichen, indem es ihrx unveränderliche Weise ist, Schwierigkeiten zu erheben und irgend etwas vorzubringen, was eine Antwort erfordert. Es that mir sehr leid, daß ich den Wortführer nur sehr unvollkommen verstand. Um seine Gelehrsamkeit zu zeigen, bediente er sich des talmudischen Dialekts, daher ich eö Stern überließ, ihm zu antworten. Der Talmudist behauptete, daß viel zu viel aus der Frage den Messias betreffend gemacht würde; er erwartete gewiß einen König Messias, aber wenn es auch keinen Messias gäbe, so würde das Wesen der Religion unverändert bleiben rc. Ich hielt es für das Beste, diesem Gespräche dadurch ein Ende zu machen, daß ich den Faden des Netzes einer unendlichen Argumentation plötzlich zerriß und erklärte, daß die Frage zwischen uns einfach die sei, ob der Mensch durch seine eigenen Werke der Gerechtigkeit selig werden könne oder nicht? und ob der Messias eine Gabe Gottes sei, die Gottlosen gerecht zu machen oder nicht? Ich, als ein Nichtjude, bekannte mein gänzliches Unvermögen, mich selbst gerecht zu machen, bekannte, daß mein Gewissen mit dem göttlichen Zeugnisse vollkommen übereinstimme, daß das Herz durchaus verkehrt sei, und daß

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