Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 3-4 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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35 seinen Einzug hielt und das evangelische Bisthum daselbst einnahm, an welchem vor 11 Jahren (1849) die Christus-Kirche auf Zion ihre Weihe empfing und vor 8 Jahren (1852) der erste deutsche ev. Pfarrer Valentin er sein Amt in Jerusalem antrat, — sondern an dem der ganze stille 18jährige Segenslaus dieser evang. Stiftung in der heiligen Stadt an unserer Seele vorübergeht, in welchem wir ein besonderes Walten der Gnade des Herrn nicht verkennen können. Ja, wer Jerusalem lieb hat und über sie traurig gewesen ist in ihrer Zertretung, der muß sich freuen, daß das Werk frommer evangelischer Fürsten und Fürstinnen, welches sie im Aufblick zum Herrn gegründet haben, mitten unter den größten Gefahren und heftigsten Anfeindungen nicht bloß besteht, sondern nach allen Nachrichten äußerlich und innerlich gedeiht und zunimmt. Aber wenn wir die Frage aufwerfen, welche Bedeutung hat das ev. Bisthum zu Jerusalem, so drängt sich uns unwillkürlich der Gedanke auf, ob wohl durch dasselbe die alten Prophetenstimmen Israels in Erfüllung gehen, ob die Stunde der Sammlung Israels gekommen, ob die Zeit da sei, da das ganze Israel selig werde, wie geschrieben steht: Es wird kommen aus Zion, der da erlöse und abwende das gottlose Wesen von Jakob. (Römer 11, 86.) Wir dürfen uns nicht verhehlen, daß die gegenwärtige Zeit in unserm nächsten Gesichtskreise dieser Hoffnung weniger Raum giebt, denn je; daß die Herzen des alten Bundesvolkes jetzt gerade mit ganz anderen Erwartungen erfüllt sind, als daß der Gehenkte ihr König und Messias sei, ja daß sie lauter als sonst rufen: Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche! Desto wichtiger muß uns der Aufschluß sein, welchen uns der Heiland kurz vor seiner Himmelfahrt über diese Frage gegeben hat, welche schon vor 1800 Jahren die Herzen seiner Jünger bewegte. Laßt uns daher die Frage erwägen: Herr wirst du auf diese Zeit wieder ausrichten das Reich Israel? Laßt uns sehen: 1) Welche Berechtigung diese Frage hat? 8) Welchen Aufschluß uns die Antwort des Herrn ertheilt? 3) Was uns in Bezug auf dieselbe obliegt? 3*