Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 10-12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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192 Es sind jetzt wöchentlich zwei neue Versammlungen zu besonderem Gebet eingerichtet, wobei unser lieber Bruder Valentiner sich besonders thätig bewiesen hat. Ich muß gestehen, ich würde ängstlich und bedenklich gewesen sein, solche Art Versammlungen einzuführen, und wir müssen ohne Zweifel sehr auf unsrer Hut sein, um alles Uebel fern zu halten; aber gegenwärtig geht Alles in guter Ordnung und christlichem Ernst. Die Gebete, die ich bisher dort gehört habe, sind ein einfaches, ungekünsteltes Bekenntniß von Armuth und Hilfsbcdürftigkeit und" ein Flehen zum Heilande, daß er aus seiner Gnadenfülle unserm Mangel abhelfen wolle. So lange diese Vereinigungen zum Gebet in diesem Geiste fortgesetzt werden, läßt sich nur Gutes von denselben erwarten. — Auszug aus einem Briefe aus Quebeck. Ich kann nicht unterlassen, Ihnen eine kurze Nachricht zu geben von einem Ereigniß, das für uns Christen in Quebeck, von großer Wichtigkeit ist. Der Rabbiner der hiesige» jüdischen Gemeine hat in den Kirchen öffentlich erklärt, daß er überzeugt ist und beweisen kann sowohl aus der jüdischen Tradition als auch aus dem Alten Test., daß Jesus von Nazareth der von allen Propheten verkündigte Messias ist. Diese Begebenheit verursacht eine große Bewegung sowohl -unter uns Christen als auch unter den Juden; die römischen Katholiken sind in großer Thätigkeit, und versuchen alles Mögliche, ihn für ihre Kirche zu gewinnen. Bis jetzt weist er aber Alles ab und beharrt nur bei dem Glauben an Christum. Er hat natürlich sein Amt. als Rabbiner niedergelegt, und wünscht seinem eigenen Volke das Evangelium zu verkündigen. Im verflossenen Winter hat er ein Werk für den Druck vorbereitet unter dem Titel: „Die neue Entwickelung — development — der Wahrheit betreffend den Messias." Das Buch ist nicht groß, aber folgerichtig und kräftig und greift die Festung des jüdischen Unglaubens, die Tradition, stark an. Dies Alles kann für den Augenblick gering und unbedeutend erscheinen; aber ist es nicht nach Allem die große Lebensfrage? Das Wesen dieser Welt vergeht; aber Eins ist noch. Mögen wir, theurer Freund', dies gute Theil erwählen und theilhastig werden der zukünftigen Herrlichkeit. — Dies Blatt erscheint jährlich in 8 bis 10 Heftchen, zusammen 12—14 Bogen, preis für den Jahrgang 10 5gr. Zn Commission: Carl Dülfer's Buchhandlung in Breslau. Druck von C. H. Storch und Comp, in Breslau