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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 10-12 (1859) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
10-12 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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158 Ansicht durchführen, und wie hilft er sich da? Es ist in der That eine Schmach, dies sagen und anführen zu müssen. Er führt Seite 4L. und 43. die Stelle so an, daß er den Vers 85. durch Einschiebung eines, einzigen Erklärungswortes in sein Helles Licht setzt; er sagt und erklärt nämlich: „Blindheit ist Israel, d. h. der Judenschaft eines Theils widerfahren." Man sagt aber, allzuviel beweist nichts, das ist hier vollkommen wahr. Denn sind die Personen, denen Blindheit widerfahren, nur ein Theil vom Ganzen und dieser Theil Judenschaft, so kann doch der übrige Theil auch nur Judenschaft sein, nur eine solche Judenschast, die nicht unter dem Gericht der Verblendung liegt; so wie wir vielmehr mit dem Apostel sagen, Blindheit ist Israel eines Theils widerfahren, der andere Theil ist auch Israel und zwar das begnadigte, das mit der Erleuchtung gesegnete Israel. Wir behalten demnach ein Volk, das der Herr Pastor Diedrich „Judenschaft," der Apostel Paulus aber Israel nennt. Wessen Autorität aber höher steht, darüber wollen wir mit dem Verfasser nicht rechten; Gott Lob, wir stehen noch nicht unter dem Papst, der Macht hat, neue Dogmen zu schaffen und den Menschen gebieten kann, was sie glauben und lehren sollen. Aber ist das die Art und Weise, wie ein evangelisch-lutherischer Pastor die Schrift erklärt? Hier, wo in der Bibel steht „Israel," und dies doch nichts anders als das leibliche Volk Israel bedeuten kann, muß es mit „Judenschaft"'erklärt werden, als ob der Ausdruck Israel unverständlich wäre oder der Apostel nicht den rechten Ausdruck gebraucht hätte. Aber der Verfasser will nur seine Verachtung gegen Alles, was Jude heißt ausdrücken und darum die Benennung: Judenschaft. Erklärt hat er aber damit den Sinn des Apostels nicht, sondern entstellt, denn Paulus fühlte etwas Anderes in seinem Herzen auch gegen das verblendete Israel, als solche Verachtung, wie aus Röm. 9 und 10 zu ersehen ist. — Doch es ist des Betrübenden genug aus dem besprochenen Werke. Das Angeführte mag genügen um den Geist und Ton des Schriftchens zu charakterisiren, wie auch die Macht und Stärke der Beweise, die der Verfasser wider die allgemeine Judenbekehrung vochringt. Aber trauriger und betrübender noch, als die Erscheinung dieses

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