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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 10-12 (1859) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
10-12 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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149 nen, sie ist dennoch da; aber eine andere Sache ist das Wie. Wie haben wir den ChiliasmuS in seinen Einzelnheiten und in seiner Entwickelung zu fassen und zu verstehen? wie und worin wird die Herrlichkeit des tausendjährigen Reiches bestehen? Die Sache wegleugnen zu wollen, ist eben so antibiblisch, wie wenn Jemand die Lehre von der heiligen Dreieinigkeit leugnet, weil er das Wie derselben nicht einsehen kann. Damit soll indeß keinesweges gesagt sein, daß wir die Lehre des tausendjährigen Reiches zu einem solchen Glaubensartikel machten, wie die Lehre von der Dreieinigkeit ist. — Wir bleiben hier nur bei dem zweitenTheile der Schrift des Pastor Diedrich, der von der allgemeinen Bekehrung der Juden handelt, stehen. Der Verfasser bekämpfet und leugnet diese Lehre mit solchen Gründen, deren einer allein schon hinreichen würde, keinen Gedanken an eine solche Einbildung mehr aufkommen zu lassen; denn nach der Ansicht des Verfassers giebt es gar kein Volk Israel mehr. Wie er z. B. die feierliche Erklärung Jeremias 31, 35. 36 als untrügliches Gotteswort ansehen und gelten lassen kann, müssen wir ihm überlassen, wir wissen eS nicht. Dort heißt es: So spricht der Herr, der die Sonne dem Tage zum Licht giebt und den Mond und die Sterne nach ihrem Lauf der Nacht zum Licht; der das Meer bewegt, daß seine Wellen brausen; Herr Zebaoth ist sein Name; wenn solche Ordnungen abgehen vor mir, spricht der Herr, so soll auch aufhören der Same Israels, daß er nicht mehr ein Volk vor mir sei ewiglich. Der Verfasser tritt mit einer solchen Heftigkeit nicht nur, sondern man muß, leider, sagen, Bitterkeit, auf, daß man nur staunen kann. Daß wir demselben nicht Unrecht thun mit einem solchen Urtheil, davon kann sich ein Jeder überzeugen, der das Schriftchen zur Hand nimmt. So sagt er z. B.: „Was die Abstammung— der Hebräerschaft (Volk kann man sie bei ihrer Zerstreuung und vbne Obrigkeit für sich doch nicht nennen) — von Abraham anlangt, so ist wahrlich nichts unsicherer als die. Wer weiß, ob nicht die meisten Hebräer von heute Abkömmlinge der von den Heiden erkauften Knechte sind, welche den Erzvätern nach Egypten folgten? Hat man nicht der Beispiele gar viele, daß Völkerschaften, ja größere als die alten Juden, vollständig ausgestorben sind? wie, die alten Spar-

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