Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 6-7 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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96 die W alten urch «ru*n Testament aufgeführt wordm und vor allen Dingen, nach dem,! waS die Bibel uns von Gott selbst-und seiner Liebe bezeugt, istdaS erst eine lautere und reine Liebe, die sich imDulden des Unrechts beweist. Davon hat also der Herr Dr. noch keinen Begriff. Wenn auch seine Behauptung falsch ist, daß Niemand weiß, was die Liebe ist, so hätte er Recht, wenn er es von sich selbst sagte. So erbärmlich aber auch die Liebe bei dem Verfasser ist, da er nichts von einer duldenden, also nichts von einer vergebenden Liebe weiß, so ist ihm dieselbe doch Alles, was er nur braucht in Zeit und Ewigkeit; denn er sagt; „sie ist das Mark des Lebens und der Edelstein des Lebens und die Rose unter den vielen Dornen, und der ewige Stern in der Nacht, und das gewaltige Steuer in brausender Fluth und der Fels, wenn die Erde bebt, und die Burg und der Hort und die Zuflucht" — und wahrlich da hat er gezeigt, daß er von der Liebe redet, wie der Blinde von der Farbe. Denn wo ist von Adam an ein frommer Mensch gewesen, der sein Bischen sogenannte Liebe zu seinem Fels und Hort, zu seiner Burg und Zuflucht gemacht hätte?! Wenn das nicht gänzliche Blindheit ist, so wissen wir nicht, was Blindheit sein soll. Er sagt selbst, die Religion Israels habe das Herz des Menschen nach oben gewandt und gesprochen: liebe den Ewigen deinen Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Vermögen — und nach Unten: liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Ist es einem Abraham, David, Jesaia oder wie die frommen Männer heißen mögen, eingefallen zu denken und zu sagen, sie hätten nach Oben und Unten die Liebe erfüllt? Weil Keiner von ihnen das konnte, sondernAllc ohne Ausnahme in beiden Stücken stets große Schuldner bliebey, so liegen sie mit ihrem Gebet -und Flehm vor Gott und rufen um Gnade und Vergebung; aber «io und nirgends ist ihre Liebe ihr Fess und Hort, ihMBurg und Zuflucht; sondern vielmehr der HErr mit sein er duldenden vergebenden Liebe.. Von Ihm sagen stör «.HErr Gott- KruUndM Psalm Lft, &?' „Der HErr D mein Fels, und menw Burg und mein Erretter.■; Mott ist mein- HorH sus den ich traue, mein Schild «O Horn meines Heils» mm Schutz und meine Zuflucht; min