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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 4-5 (1859) · page 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
4-5 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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80 Commisston und ihre Handlungsweise durch die Insinuation anzuschwärzen, daß ihre Mitglieder durch jüdisches Geld bestochen seien, und daß jetzt allein die Frage sei — ob Christen oder Juden? Evangelium oder Talmud? Selbst ein angesehener Beamte der moldauischen Regierung, welcher der Commisston wesentlichen Dienst leistete, erklärte, daß er jetzt, nachdem die Gefühle so aufgeregt worden, seines Lebens nicht sicher sei. Die Commission jedoch, unbekümmert um jeden andern Ruf als den der Gerechtigkeit, setzte ihre schwere Aufgabe fort, trotz der beinahe unübersteigbaren Hindernisse, welche ihr durch das Betragen der Orts-Obrigkeit in 'den Weg gelegt wurden. Das^Resultat war, daß die Mehrheit, das ist, die Consular-Bevollmächtigten (denn der wallachische Bevollmächtigte hatte nicht die Macht, seine Meinung abzugeben) ihr entschiedenes Urtheil dahin abgaben, daß die überzeugendsten Beweise dafür Vorlagen, daß der Onkel des Kindes — Thomas Angel — der Anstifter und Erfinder des Mordes, wenn nicht der Mörder selbst sei. Sie hatten sich vorher seiner Person versichert, und als sie nach Bucharest zurück kehrten, ließen sie ihn im Gefängnisse. Wir müssen nun das weitere Verfahren der Regierung gegen ihn abwarten. Die Konsuln scheinen nicht geneigt zu sein die Sache fallen zu lassen, obschon sich die Juden in ihren Befürchtungen sehr erleichtert fühlen, sie fordern noch Gerechtigkeit. Die bevollmächtigten Mitglieder der Commission waren sehr freundlich gegen mich, und der Rabbi zu Fokschan und der erste Vorsteher der ganzen Gemeinschaft in der Walachei dankten mir sehr herzlich für die Theilnahme, die ich in dieser Sache gezeigt hatte, und wünschten mir den Segen des Himmels. Wie betrübend ist es doch zu denken, daß diejenigen, welche bekennen, den Lehren und dem Beispiele des Herrn Jesu zu folgen, welcher stets umherwandelte Gutes zu thun und noch am Kreuze sterbend für seine Mörder bat, solche Ideen und Gefühle hegen und verbreiten sollten. Wie unähnlich sind sie ihrem göttlichen Meister, welcher rief: „Vater vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun." Dies Blatt erscheint jährlich in 8 bis 10 Heftchen, zusammen 12—14 Bogen, preis für den Jahrgang 10 Sgr. 3a Commission: Carl Dülfer's Buchhandlung in Breslau. Druck von C. H. Storch und Comp, in Breslau.

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