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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 4-5 (1859) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
4-5 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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SS ist, was ihm „wahr erscheint." Weiß denn der Herr vr. nicht daß der Schein trügt? und daß nicht Alles Gold ist, was glänzt? So dürste es ihm ergehen und so ergeht es ihm wirklich mit seinem „wahr erscheinen." Die offenbarste und gottloseste Lüge wird durch diese Definition und durch dieses Kriterien zur Wahrheit, und die gewisseste, zuverläßigste, göttliche Wahrheit zur Lüge gemacht und gestempelt.— Zunächst ist es offenbar, daß ein Adam, ein Abraham keine Wahrheit haben konnten. Denn wenn „die drei Faktoren: Vernunft, Herz und Geschichte" nothwendig sind, um diesen oder jenen Satz zu prüfen, ob er Wahrheit ist, was hatte denn Adam für eine Geschichte, die er hätte zu Rache ziehen können, um das, was nach Moses Erzählung Gott zu ihm sagte, zu prüfen, ob es Wahrheit sei oder wenigstens wahr erscheine? Er war ja eben erst erschaffen. Was hatte denn Abraham für eine Geschichte, an welcher er den göttlichen Befehl: Gehe aus deinem Vaterlande, und von deiner Freundschaft, und aus deines Vaters Hause, in ein Land, das ich dir zeigen will 1. Mos. IS, 1. — hätte prüfen können, ob er Wahrheit sei? Konnte ihm die Geschichte des Heidenthums, in dem er bis dahin gelebt, dann behilflich sein? Mußte diese Geschichte nicht, wenn er sie zu Rathe zog, das grade GegeNtheil sagen? mußte sie nicht ein solches Wort für die albernste, abgeschmackteste Lüge erklären? So wenig die sogenannten Götter der Heiden, denen Abrahams Vater, und also auch wohl er selbst bis dahin gedient hatte, irgend Etwas sagen oder thun konnten: so wenig konnte nach seiner vergangenen Geschichte ihm dieser Befehl als wahr erscheinen, oder gar ein Wort Gottes, eine göttliche Wahrheit sein. — Soll aber „Vernunft, Herz und Geschichte" in „ gleichmäßigem Einverständniß" entscheiden und bestimmen, was Wahrheit ist, so fragen wir beispielsweise, ist wohl das Wort, welches 1 Mos. S, 16. Gott der Herr zu Adam sprach: Du sollst essen von allerlei Bäumen im Garten u. s. w. Wahrheit, oder ist es Lüge? Wenn Adam seineVernunft und sein Herz fragte—Geschichte hatte er noch nichts wie oben bemerkt, denn er war erst erschaffen — was konnte und mußte ihm da für eine Antwort werden? Unmöglich konnten die „drei Faktoren seines Geistes" ihm „gleichmäßig"

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