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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 1 (1859) · page 15

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Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
1 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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15 Judenzeitung so oft sagt, ein Sieg des Rechtes, der Humanität, der Toleranz erkämpft. In England ist eö nunmehr den Juden erlaubt im Parlament zu sitzen. Wir müssen indeß sagen, daß wir nach Verhältniß des langen und harten Kampfes einen lauteren, großartigeren und glänzenderen Triumph erwartet hatten, als wir bis jetzt wahrgenommen haben. In Nr. 36 der Allg. Zeitung des Judenthums wird in einem Aufsatz, überschrieben: „Der Eintritt Rothschild's in das Parlament," dieser Sieg berichtet. Aber schon der Anfang desselben lautet gar nicht so frohjubelnd; denn es heißt: „Endlich ist nun doch die Judenfrage, obgleich in einer ziemlich indirecten Form und unter mannigfachen Verwahrungen und Clauseln von Seiten der Pairs, zu. einem vorläufigen Abschluß gelangt." Woher diese, wir möchten sagen, so kalte, gemessene Freude bei einem solchen Siege, im Englischen Parlament sitzen zu können? Fühlen etwa unsere Reformjuden, die solche Siege erkämpfen, daß sie mehr verlieren, als gewinnen, und daß sie mit jenem Feldherrn nach schwer errungenem Siege sagen müssen: Noch Einen solchen Sieg und wir sind verloren? Fangen sie vielleicht an einzusehen, daß, je mehr sie emancipirt werden, es mit dem Judenthume desto mehr heruntergeht? Wir können uns wenigstens die Sache nicht anders denken. Das Sprüchwort sagt: Erfahrung macht klug. Die Erfahrung von den Früchten der Emancipation liegt doch längst zu Tage, denn in Holland, in Belgien und in Frankreich haben sie doch dieses summum dovuin schon lange genossen, und wie steht es in jenen Ländern mit dem Judemhume aus? ES giebt bis auf den heutigen Tag in Amsterdam ein Judenviertel, trotz aller vieljährigen Emancipation, das seines Gleichen in Polen nicht hat, wo man sogern über Druck und Unterdrückung klagt. Von der Gesinnungstüchtigkeit einer andern Partei, von ihrer Freundlichkeit und Güte gegen uns Christen oder wenigstens gegen die Missionsfreunde, haben, wir in, den vorhergehenden Berichten uns überzeugen können. — In Belgien scheint die Emancipation eine-andere Wirkung zu haben, die aber dem Judenthume selbst noch nachiheiliger ist. Dort schämen sich die Juden als Juden angesehen und betrachtet zu werden. Erst kürzlich lasen wir in einer engl. Zeitschrift Folgendes: „In Brüssel ging ich an manchem Laden vorüber, wo der Name und die Physiognomie des Kaufmannes deutlich den Sohn Abrahams anzeigten; wenn ich aber dieselben anredete, so pflegten sie Zusagen: „„iVlo»8ieur,ge8lli8 6stIioIi<iue."" Es ist in der That sonderbar, daß die Juden in Belgien ihre Abkunft verheimlichen sollten, aber sie thnn es offenbar. Bei der letzten Volkszählung betrug die ganze Bevölkerung 5,000,006 und unter diesen waren nur 1336, die sich als Juden angaben. . . Die Belgische Regierung hatte die besten Absichten, als sie die Zahl der Juden im Königreich zu wissen wünschte; denn da dieselben

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