Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 1 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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2 Schristchen, das auch in diesen Blättern mitgetheilt wurde, hat er, wie zu erwarten war, Nichts geantwortet, denn auf den biblischen Stanvpunkt werden diese Herren Reformer nicht treten; vor dem Volke wollen sie sich aber doch noch gerne den Schein erhalten, als ließen sie die Bibel neben ihrer Vernunft bestehen, und um ihre wahre Gesinnung gegen die Bibel nicht kund zu geben, denken sie: Schweigen ist in diesem Fall besser als reden. Eine Angelegenheit hat nicht nur die Juden aller Länder und ihre Presse in Bewegung gesetzt, sondern auch die christlichen Regierungen und die allgemeine Tagespreffe, wir meinen die schmähliche Mortara-Angelegenheit in Bologna, die auch wir in Nr. 9 und 19 des vergangenen Jahrganges kurz berührt haben. Wir wollen bei dieser Gelegenheit erwähnen, daß sich die Sache etwas anders verhält, als wir sie dargestellt haben. Das betreffende Kind ist nämlich seinen jüdischen Eltern nicht weggenommen und dann getauft worden, oder ihnen weggenommen worden, um es zu taufen, sondern es war, angeblich während einer gefährlichen Krankheit, von einer christlichen Magd, die bei der jüdischen Familie im Dienste stand, getauft worden, und um dieser ganz im Stillen und Geheimen ohne irgend Jemandes Vorwiffen erfolgten sogenannten Nothtaufe willen, von welcher die Magd selber bei ihrem Priester später Anzeige machte, wurde das Kind als ein christliches betrachtet und von den Katholiken mit Gewalt weggenommen, und ist auch, trotz aller Bemühungen und Anstrengungen von den verschiedensten Seiten, den Eltern nicht wieder zurückgegeben worden. Die Sache wird freilich auf diese Weise nicht geändert, sondern bleibt eine schreiende Gewaltthat, die durch keine biblischen Gründe gerechtfertigt werden kann. Es ist schon oft darauf hingewiesen worden, daß Judenthum und Katholicismus in vielen Stücken mit einander Übereinkommen, Vieles mit einander gemein haben. Dazu gehört auch das gewaltsame Herüberziehen zu sich aus einer andren Religion Zwar scheint eS, daß der Papst die gewaltsame Wegnahme eines jüdischen Kindes, um es zu taufen, nicht billigt; allein die verschiedenen und wiederholten Erlässe von Seiten der weltlichen Obrigkeit gegen solche sogenannten Noch- oder Gewalttaufen bezeugen deutlich, daß die