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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 11-12 (1858) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
11-12 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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140 erfahrene Gnade nicht hoch genug preisen, sie darf uns aber auch nicht hoffärtig machen, auch nicht den armen gefallenen Juden gegenüber, sondern ihr Anblick muß uns demüthig machen und muß uns ernst stimmen. . .. Darum ermahnt der heilige Apostel Paulus: Sei nicht stolz, sondern fürchte dich. Hat Gott der natürlichen Zweige nicht verschont, daß er vielleicht Deiner auch nicht verschone. Darum schaue die Güte und den Ernst Gottes; den Ernst an denen die gefallen sind, die Güte aber an dir, sofern Du auch in der Güte bleibest, sonst wirst du auch abgehauen werden." „Wenn dieses ernste: Sonst wirst du auch abgehauen werden, an uns in Erfüllung ginge, dann haben wir keine Verheißung mehr, dann haben wir also auch keine Hoffnung mehr. Die Nacht Israels ist doch nicht ganz dunkel. Es leuchtet in ihr noch ein Stern der Verheißung. Ganz Israel soll noch einmal die Decke von den Augen genommen werden, daß es den sehen wird, den seine Väter durchstochen haben. Dann wird das Volk wie kein anderes, auch Thränen der Reue und des Schmerzes weinen, wie sie nie auf Erden sind geweinet worden. Dann werden sie wieder rufen: Dein Blut komme über uns und über unsere Kinder, und es wird über sie kommen zur Versöhnung und zur Erlösung. Dann werden dem Herrn die Thränen, die er über sein Volk geweint hat, zur Freudenernte werden, und die Stätte seines Kreuzes und seines Gerichtes wird die Stätte seiner Herrlichkeit werden, von der seine königliche Majestät ausgehen wird in alle Länder bis an die Enden der Erde und alle Reiche und alle Völker dieser Welt in ein Reich Gottes und in ein Volk Gottes verwandelt wird. Dann wird in Erfüllung gehen der weissagende Lobgesang der himmlischen Heerschaaren bei der Geburt dieses Königs: Verherrlicht ist Gott in der Höhe! Es ist Friede auf Erden! An den Menschen hat Gott ein Wohlgefallen!" Das habe ich nach dem Zeugniß des göttlichen Wortes und nach dem Zeugniß der Geschichte über die Juden gesagt, den Christen zur Mahnung und Warnung, und den Juden, die es vielleicht hören, zur Demüthigung unter die gewaltige Hand Gottes und zur Erlösung aus einem unaussprechlichen Elend. Ich habe nie einem Menschen geflucht, weder einem Christen, noch einem Juden, noch

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