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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 9-10 (1858) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
9-10 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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159 Tractate und Theile des Hebräischen Neuen Testaments mitHebräischen Commentaren an und Versprachen, sie zu lesen. Möge der Herr daö Lesen derselben segnen zum Heile ihrer Seelen. Rom. Diesen Berichten aus verschiedenen Ländern fügen wir noch eine Mittheilung des Herrn Lauria aus Rom bei. Nachdem er einige Bemerkungen über den Weg nach dem Judenviertel gemacht, fährt er fort: „Endlich erblickte ich das berühmte Zeichen des Beginns des Ghettos, die kleine katholische Kirche, in welcher die Juden einst gezwungen wurden, Predigten zu hören, und über deren Thüre die Inschrift hebräisch und lateinisch zu lesen ist: „Ich recke meine Hände aus den ganzen Tag zu einem ungehorsamen Volk u. s. w." (Jes. 65, 2.) Die Juden sagten mir, daß sie glaubten, dies bezöge sich auf die Heiden, die Schweinefleisch essen, wie dies im vierten Verse gesagt wird, sie ärgern sich aber doch sehr darüber. Als Napoleon nach Rom kam, petitionirten sie bei ihm, daß sie dieselbe entfernen dürsten, aber er gab ihnen die lakonische Antwort: Was geschrieben ist, das ist geschrieben. Bald befand ich mich in dem Ghetto. Aber ach, welch ein Anblick! Jüdische Straßen und Ghettos sind überall schmutzig; aber wer vermag den schmutzigen Zustand und den widrigen Geruch des Ghetto's aller Ghetto's, oder das Elend zu beschreiben, welches auf den Gesichtern seiner Bewohner abgemalt ist. „Die Thore sind entfernt," bemerkte ich einer um mich versammelten Gruppe von Juden, „und die Mauern sind niedergeriffen; ihr seid nicht mehr in dies Gefängniß eingeschlossen; warum verlaßt ihr dasselbe nun nicht?" „O, mein Herr," antwortete ein Jude, „es kann wiederum ein anderer König aufstehen, welcher nichts von Joseph weiß. (8. Mos. I, 8.) Der nächste Papst kann uns die geringe Freiheit, die wir jetzt genießen, wieder nehmen und uns verbieten die frische Lust des Himmels zu athmen und uns wieder in das Ghetto einschließen. Anstatt uns daher durch widrige Winde auf der stürmischen See unserö Galoth (Gefangenschaft) Herumschleudern zu lassen, ziehen

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