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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 9-10 (1858) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
9-10 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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155 in einem Handlungshause in Preußen beschäftigt gewesen war, wieder dahin zurück. Nach vielen ernsten Gesprächen mit ihm, entschloß er sich, regelmäßigen Unterricht im Christenthume bei mir zu nehmen; da es aber nicht in meiner Macht stand, ihn während dieser Zeit zu unterstützen, so übernahm es — für ihn zu sorgen. Als Beweis seines Fleißes und Ernstes mag angeführt werden, daß er in sechs Tagen den ganzen Lutherischen Katechismus auswendig lernte; auch hat er bereits das Eramen bestanden, das der Taufe vorangeht. Herr — empfängt noch Unterricht. Der Grund, warum er sein Bekenntniß noch nicht öffentlich abgelegt hat ist erstens, daß, da er ein strenger Talmudist gewesen ist, er sich zuvor eines großen Theiles von Wust in seinem Gemüthe entledigen muß, zweitens, weil seine Frau und seine Verwandten gleich brüllenden Löwen alle seine Bewegungen bewachen und sich bemühen, ihn von seinem Vorhaben zurück zu halten; drittens, weil unerachtet der zeitlichen Unterstützung, die ihm zu Theil geworden, er doch noch mit Armuth zu kämpfen hat. Um Ihnen einen Begriff von dem kindlichen Glauben seiner vorurtheilsfreien Kinder zu geben, muß ich eine Unterhaltung zwischen ihm und seiner siebenjährigen Tochter erzählen. „Vater," sagte sie, „als ich zum Fenster hinaus sah, sah ich einen Goi (Christen) niederfallen und hörte, daß er Jesus, Jesus rief. Bitte, wer ist denn dieser Jesus?" Vater. Es ist der Messias, der Sohn Gottes. Tochter. Kann denn Jesus helfen, wenn man ihn anruft. Vater. Ja, gewiß, wie du denn sahst, daß der Goi sogleich wohl und munter aufftand und weiter gehen konnte. Tochter. Gut, wenn Jesus helfen kann, warum betest du dann nicht zu ihm, daß er dir Geld für den Sabbath giebt, und wir nicht ohne Kleidung sein dürfen. Vater. Ich werde von nun an zu ihm beten, aber deine Mutter und die Juden lieben Jesum nicht und wollen auch uns nicht erlauben, ihn zu lieben. - Tochter. Wenn wird der Messias, dieser Jesus, zu uns, kommen? Vater. Er wird kommen, wenn wir ihn lieben und an ihn

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