Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 7-8 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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108 die Judeu vornehmlich. Warum dieser Zusatz? Welchen Grund wir auch dafür angeben mögen, oder ob wir irgend einen triftigen Grund dafür anführen können oder nicht, die Thatsache kann nicht in Frage gestellt werden, daß der Apostel, indem er erklärt, was das Evangelium für die Menschheit ist, den Juden ein Vorrecht, einen Vorzug giebt. Es war ein wichtiges Wort, das der Bischof von London aussprach, als er von der geistlichen Belehrung der großen Masse der Bevölkerung Londons redete und sagte, die Geistlichkeit thue ihre Pflicht nicht, wenn fie nicht Schritte thäte um das Evangelium vor die Juden zu bringen, die in ihren Parochieen wohnen. Das ist ein ernstes Wort für manche unserer Geistlichen, die sich bisher nur ausschließlich mit den Heidenchristen beschäftigt haben und es als eine selbstverständliche Sache ansehen, daß die Rabbiner für die Juden zu sorgen haben, während sie auf die Christen achten. Aber ist das billig? Ich möchte sagen, wenn ich einen Hirtenbrief an die Londoner Geistlichkeit zu erlassen hätte: „Bedenket, was Euer Bischof sagt." Der Redner fragt dann, was wir den Juden verkündigen sollen und wie dies geschehen soll? und ist sehr ausführlich in Beantwortung dieser beiden Fragen, aber wir können füglich nicht mehr aus dieser Rede mittheilen, um auch aus den Ansprachen der Andern noch Einiges anzuführen. Zunächst folgte nun Herr Prediger Becker, früher Missionar im Königreiche Polen, derselbe sagte: My Lord und christlichen Freunde! Der Antrag, der mir übergeben ist, um ihn der Versammlung zur Annahme vorzulegen, lautet also: Daß diese Versammlung mit innigem und tiefem Dank die Ehre und den Lohn anerkennt, womit der treue Gott in dem Reichthum seiner Gnade sich zu den Arbeiten seiner Knechte bekannt hat, die im Dienst dieser Gesellschaft stehen, wie es sich während der letzten fünfzig Jahre erwiesen hat durch die veränderte Gesinnung, die sich unter den Juden gegen das Christenthum weit und breit kund gegeben hat, und durch die Anzahl treuer Proselyten, die in verschiedenen Ländern in die Heerde Christi