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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 4-6 (1858) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
4-6 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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65 die Wahrheit der Religion eine entscheidende Autorität hat; denn die Wahrheit ist jedenfalls älter als die Lüge, die wahre Religion älter als jede falsche, der wahre Gott älter als alle Götzen. Die eine wahre Religion hat nach unsrer Ueberzeugung nicht erst mit dem Chrtstenthum, auch nicht erst mit dem biblischen Judenthum angefangen, sondern den Ursprung des Christenthums wie des wahren JudenthumS finden wir schon im Paradiese. Wenn wir aber von dem Juden, thum des Dr. G. selbst einen Augenblick annehmen, aber keineSweges zugeben wollen, daffelbe ließe stch hinauf führen bis auf Abraham, so stünde er immer noch mit seiner Autorität des „hohen ehrwürdigen Alters" auf keinem hohen Standpunkte; denn jedenfalls kann das Heidenthum ein höheres Alter Nachweisen, als das Judenthum, da bekanntlich Abrahams Vorfahren den Götzen dienten und dem Heidenthum ergeben waren. Dieses Heidenthum hat noch nicht aufgehört, sondern es geht in ununterbrochener Linie von der vorabrahamitischen Zeit fort bis auf unsre Tage. Es fehlt dem Heidenthum also das „hohe ehrwürdige Alter" keineswegs, wohl aber dem Geigerschen Judenthume. Während auf der einen Seite Dr. G. sich in Majoritäten und hohem Alter nach Autoritäten für sein Judenthum umsieht und diese mit den Haaren herbeiziehen möchte, aber vergeblich, stellt er sich andererseits doch wieder beiden Autoritäten gegenüber und ganz im Sinn und Gebühren eines jüdischen Papstes verwirft er, was „Der und Jener" und „eine reiche und ehrwürdige Geschichte" sagt, stellt stch allein als gültigen und entscheidenden Richter hin, verwirft die „reiche und ehrwürdige Geschichte" und decretirt von seinem „gegenwärtig errungenen Standpunkt" wie ein machthabender Papst von dem päpstlichen Throne herab, was Judenthum ist und was nicht, was verbindlich ist und was nicht. Er ist somit im argen Widerspruch mit sich selbst. Aber wer und was nöthigt denn zu glauben, daß das Judenthum sei, was Dr. G. dafür erklärt? Dasselbe Recht, was Dr. G. hat zu sagen: „Der und Jener" versteht nicht, was Judenthum ist, hat doch jeder Andere auch Dr. G. gegenüber. So anmaßend und verachtend er alle diese „Der und Jener" verwirft, eben so können sie gegen ihn auftreten. Wer hat denn überhaupt ein 5

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