Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 4-6 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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56 Ueberzeugt von seiner eigenen Redlichkeit, wie davon, daß er „es mit einem ehrlichen und gewissenhaften Manne zu thun hat, der sich nicht von der in ihm erregten üblen Laune verleiten läßt," schließt er: „Eine schönere Freude, als wenn Sie mir sagten: wohlan, ich habe geprüft, gehen wir gleiche Wege! — eine schönere Freude, einen reicheren Lohn wüßte ich für mich nicht. So leite Sie Gott in Ihrem Denken und Entschließen!" — Ehe wir unsere eigenen Bemerkungen über diesen „aufgefundenen Briefwechsel" machen, wollen wir vor allen Dingen die eines Anderen hören, den man nicht beschuldigen wird, Dr. G. unrecht thun zu wollen, da er vielmehr auf demselben Standpunkte steht und mit ihm in gleichem Sinn und Geist tapfer kämpft und streitet. Wir meinen vr. Philippson in der Allg. Zeitung des Judenthums. Derselbe sagt in Nr. 49. 1857. S. 673: „Das Heftchen (32 S.) bespricht einen Gegenstand, der mehr als interessant ist. Man sieht ihm leicht ab, daß es an einem concreten Falle geworden. Ein sogenannter „Ehrenmann" — wer erinnert sich nicht dabei an die klassische Rede des Antonius in Shakespeares Julius Cäsar: „„Doch Brutus ist ein ehrenwerther Mann"" — will sich und seine Kinder taufen lassen. Der Verfasser bittet jenen schriftlich um seine Motive; der Ehrenmann giebt sie ihm, der Verfasser widerlegt sie. Man wird diese Auslassung mit Spannung lesen; sicher wird dem Leser manche glänzende Stelle aus dem Herzen geschrieben sein; was der Verfasser über die negative Seite, über das Bekenntniß der christlichen Dogmen und seine Widersprüche mit dem jüdischen Bewußtsein sagt, kann schneidender, aber nicht klarer und unumwundener ausgesprochen werden. Demungeachtet erweckte dies Schristchen in uns einen peinlichen Eindruck. Das Ganze scheint in einer gedrückten Stimmung geschrieben, welche die rechte Freudigkeit, den Aufschwung der Hingebung nicht aufkommen ließ. Wie es einestheils nichts Neues enthält, so beklagen wir, daß, während, wie gesagt, die negative Seite scharf ausgeprägt worden, das positive Moment mit wenigen Worten abgethan ist." Die Zeitung des Judenthums kommt dann auf ihr Steckenpferd; auf „die Mission der Juden." Das ist nun einmal die fire Idee des vr. Philipp son, von welcher er wohl