Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 2-3 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554686-2554689--02850-2558733- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
36 treuen Bemühungen in der Verkündigung des Rathschlusses Gottes in Christo Jesu; und dann habe ich unsere Absicht nicht verheimlicht, weil ich glaube, daß nichts einem offenen Vorgehen zu vergleichen ist. Unser Weg ist der der Wahrheit, und die Wahrheit bedarf keiner Schutzrede; sie sucht das Licht und liebt die Untersuchung. Die Juden wissen, was wir bezwecken, und sie befleißigen sich mehr oder weniger, ihre Bollwerke zu vertheidigen; und wer könnte deswegen mit ihnen zürnen? Ich bemitleide sie und bete für sie, daß die letzten Anstrengungen ihres Eifers durch die Erleuchtung des heiligen Geistes auf einen andern und heiligeren Weg geleitet werden mögen, und daß sie Nachfolger des Apostel Paulus werden mögen, wie er ein Nachfolger Christi war. Alles dies hat, es ist wahr, unfern ersten geraden Weg unterbrochen; aber es hat den doppelten Nutzen, daß dadurch die Aufmerksamkeit von viel Mehreren auf unsere Misstonsbotschaft gelenkt wird, und dann auch, daß wir veranlaßt werden, beständiger als vorher auf die Berge zu sehen, von wannen uns Hülfe kommt, nämlich auf Gott, den Herrn der Heerschaaren. In Bezug auf die gegenwärtige Lage unserer Missionsarbeiten möchte ich nur kurz erwähnen, daß die Aufmerksamkeit der Autoritäten unter den Juden mehr und mehr auf sie gelenkt worden ist, und daß ihre Erfolge viele Berathungen von ihrer Seite verursacht haben. Ihre Pläne sind, so viel ich gehört habe, weise ausgedacht; aber, da sie gegen Gott sind, so werden sie wahrscheinlich zu ihrer Verwirrung gereichen, wenn sie ausgeführt werden. Neulich gereichte ein Schritt, welchen der Rabbi that, zur Beförderung der Wahrheit." DaS ist denn die von den neuern Juden so hoch gepriesene Toleranz. Wir stimmen dem Berichterstatter von ganzem Herzen bei, wenn er sagt: „Wer kann mit ihnen deswegen zürnen, nämlich, daß sie ihre Bollwerke vertheidigen?" Ja, wir können nicht einmal mit ihnen zürnen, wenn sie diejenigen, welche zum Christenthum übertreten wollen, verfolgen und mißhandeln; denn sie wissen es ja nicht anders, und es zeigt immer noch von Eifer für ihre Religion. Wir wollen nur die Behauptung zurückweisen, daß das Sudenthum Duldung lehre, und die Juden tolerant seien. Aber