Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 1 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 aussprach, ließ mein Herz sich dankbar erheben gegen Gott, der so viel an diesem verkannten Herzen gewirkt. So viel, um den Leser mit Baquol's religiösem Zustande einigermaßen bekannt zu machen. Seit jenem Abende sah ich ihn nicht mehr, bis ich am darauffolgenden Montage, den 1. September, an sein Krankenlager gerufen wurde. Ich fand ihn bei voller Besinnung, obwohl es ihm da schon schwer fiel, zu sprechen. Sein Zustand nahm von Stunde zu Stunde einen bedenklicheren Charakter an und der Arzt ließ Anstalt treffen, um den Kranken, welcher in seinem Hause jeder sorgsamen Pflege entbehrte, nach dem Diakonissenhause zu schaffen (der Arzt war genöthigt, selbst Umschläge zu machen). Noch ehe er dahin gebracht wurde, hatte ihn Pfarrer Härter, Sohn, besucht und mit ihm gebetet. Einige Minuten darauf trat ich wieder an das Krankenbett und bereitete ihn aus seinen Tod vor. Ich fand ihn ruhig und gefaßt. Als ich aber unsere frühere Unterredung berührte, in welcher ich mit ihm von der Möglichkeit gesprochen, daß auch ein junger Mann plötzlich aus diesem Leben scheiden könne und ihn fragte, was mun mit seinen Kinvern geschehen solle? strengte er sich mit vieler Mühe an, zu sprechen, doch ohne Erfolg. Auf die allerdings sehr verständlichen Zeichen, die er nun machte, sagte ich ihm:-daß ich ohne einen nochmals bestimmt ausgedrückten Wunsch Nichts thun könne. Da ihm dies aber trotz vieler Mühe nicht gelingen wollte, so war ich fest entschlossen, die ganze Angelegenheit bezüglich der Kinder ruhen zu lassen. Gegen seine zwei, ältesten Kinder gewendet, mit denen er gewöhnlich französisch sprach, rief er darauf das Wort „crayon“ aus und als ihm Bleistift und Papier gebracht worden, versuchte er zu schreiben, doch seine Hand hatte nicht Festigkeit genug. Dieser fehlgeschlagene Versuch, schriftlich seinen Wunsch zu erkennen zu geben, machte ihn noch unruhiger.