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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 12 (1857) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
12 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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197 wußte, daß es die Fessel der Seele geschmolzen hatte, und ich war überzeugt, daß keine menschliche Macht — kein Geweihter des Jslamismus jemals die Stimme oder die Vorwürfe des aufgewachten lind unruhigen Gewissens zum Schweigen bringen wird. Den Tag nach meiner Zusammenkunft mit dem Gouverneur besuchten mich eine ungewöhnlich große Zahl Juden. Sie kamen nicht wie bei früheren Gelegenheiten haufenweise in meine Stube, sondern wie nach einem verabredeten Plan zu Dreien und Vieren, und gingen, sobald sie einige Bücher gekauft hatten, mit ihrem kostbaren Schatze, in die weiten Falten ihres Talith (Obcrkleides) gewickelt, verstohlener Weise davon, eilten dann hinweg und machten andern Platz. Auf diese Weise verkaufte und verbreitete ich ohne Wissen Schuganees und des Beth Din zwei Kisten Bücher, welche, ich bin des gewiß, bereits manches verzagte Herz erfreut und manches verwundete Gemüth getröstet haben werden. Ich darf jedoch diesen Bericht nicht über die billigen Grenzen hinaus verlängern, und will daher dazu eilen, Ihnen eine kurze Nachricht von der Zahl, dem Charakter und der Lage der Juden in der Hauptstadt des Landes Reich Arabiens zu geben. Sanaa, welches nach der Meinung der Juden das Usal der Genesis 10, 27 ist, hat 40000 Einwohner, 18000 von diesen sind Hebräer und 22000 Mohamedaner. Die Zeit, in welcher sich die Juden dort niederließen, ist in Dunkel gehüllt; ihre eigene Tradition behauptet, daß sie während der Invasion Nebukadnezars in Palästina nach Egypten flohen und später südlich wunderten, bis sie in die Gebirge Arabiens kamen und sich bleibend dort niederließen. Die Fruchtbarkeit des Bodens, das gesunde Klima und die schöne malerische Gegend vermehrten die kleine Colonie schnell dadurch, daß sie mehr Auswanderer an sich zogen, welche in jenen entfernten Ebenen und den gebüschigen Abdachungen den Frieden und die Ruhe suchten, welche ihr vom Schicksal betroffenes und zerrissenes Land ihnen nicht länger gewähren konnte. An Anstrengungen gewöhnt, im Kriege ausgewachsen, gelangten diese fremden Ansiedler durch geschickte Anwendung ihrer Tapferkeit bald zu einer Ueberlegenheit über die wilden Stämme, von denen sie umgeben waren, und in kurzer Zeit

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