Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 10-11 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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175 sprechen; sie alle schienen erstaunt und bestürzt zu sein über die erhabenen Wahrheiten, welche ich ihnen darlegte, selbst die Rabbiner, welche an meinen Worten zweifelten und andere Ansichten hatten, als wie ich sie ausgesprochen hatte, saßen bewegungslos und in sich versunken da, als ob der Lebenspuls plötzlich gehemmt worden sei. Es war ein ergreifender Anblick (und diese wenigen Stunden wogen all die Mühen auf, die ich zu ertragen gehabt hatte) eine Menge Menschen, von denen Viele bereits am Rande des Grabes standen, um den Missionar versammelt zu sehen, und von seinen Lippen Nachricht von dem Erlöser zu empfangen, gegen dessen Ansprüche Vorurtheile und Unwissenheit sie so lange verblendet hatten. Die Hitze in der Stube hatte eine Anzahl veranlaßt, ihr Obergewand abzulegen, und da sie so beinahe nackend dasaßen, indem sie nur ein Gewand um ihren Leib hatten, und ihre schwarzen und kummervollen Augen auf mich richteten, so fühlte ich, daß kein Opfer zu groß, keine Beschwerde zu mühsam sei, wenn dadurch nur für diese Menschen die rauhe Gegenwart gemildert und die dunkle Zukunst erhellt werden könnte. Es war Mitternacht geworden, bevor sie mich verließen, und selbst dann würde eine neue Zuhörerschaft, welche vor dem Hause gestanden hatte, gern von der leeren Stube Besitz genommen haben, wenn nur meine Kräfte zu einer neuen Unterhaltung ausgereicht hätten. Als ich des Morgens vom Schlafe erwachte, in dem ich von mehreren unruhigen Leuten in demselben Zimmer oft unterbrochen wurde, erhielt ich die Nachricht, daß Ali Zarkhee und zwei andere mohamedanische Magnaten ihre Absicht hätten kund thun lassen, mich zu besuchen. Die drei Araber erschienen auch bald, und befahlen sogleich, ohne mich zu fragen, daß mein geringes Gepäck sofort in den Sradttheil der Mohamedaner gebracht werde. Ich war nicht geneigt, ohne Weiteres in ihre Anordnung einzuwilligen; aber meine Besucher wiesen jeden Einwand zurück, indem sie mich versicherten, daß die Inden in dem Stadttheile der Moslem, ohne irgend eine Gefahr für mich selbst, freien Zutritt zu mir haben würden, da mein Leben in großer Gefahr sein würde, wenn ich in dem Koa-el-yehad bliebe.