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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 10-11 (1857) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
10-11 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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146 Ist das „H inausschleudern" Israels eine That der großen Gnade und Liebe, des Wohlgefallens Gottes gegen Israel, oder ist es eine That seiner Heiligkeit und Gerechtigkeit, seines Mißfallens und seines Zornes gegen das „hinausgeschleuderte" Volk? ist es eine Belohnung ihrer Glaubenötreue, ihres Gehorsams, ihrer Beobachtung des Gesetzes ihres Gottes, oder ist es eine Strafe für ihre Sünden, für ihren Abfall, für ihre Treulosigkeit? Wenn ein Volk „hinausgeschleudert"', und so hinausgeschleudert wird, wie Israel „über die Erde," so kann doch schwerlich ein Mensch, es wäre denn ein Verrückter im Tollhause, eine Güte und Wohlthat darunter verstehen. Würde der Vers, des Peßachwortes das „ungeheure Convolut von Sauerteig, das vor ihm liegt," nehmen und auf die Straße „Hinausschleudern", so dürfte es doch wohl keinem vernünftigen Menschen einfallen, daß der Vers, dies thue, weil ihm dieser Sauerteig so außerordentlich gut gefalle; oder wenn der Vers, bei Jemand zur Miethe wohnte, und sein Wirth würde ihn nehmen und aus seinem Hause „hinausschleudern", würde der „Hinausgeschleuderte" wohl darüber jubeln und frohlocken, als über einen handgreiflichen Beweis der Liebe und des Wohlwollens seines Wirthes zu ihm? oder würde er es nicht wenigstens als einen rauhen „Windstoß aus den Schneeregionen jenes Mittelalters" bezeichnen? Nun ist aber das „Hinausschleudern Israels über die Erde" nach der Darstellung des Vers, nichts Anderes als eine große Gnadenwohlthat Gottes gegen Israel, denn nicht nur zählt es der Vers, als eine solche unter den andern Gnadenerweisungen auf, sondern er sagt auch noch, daß nach und in Folge dieser „Hinausschleuderung die Welt Israels Heimath" sei. Damit will er doch nur sagen, früher hatten wir ein kleines Land, das wir unser Vaterland nennen konnten, jetzt aber, nach der „Hinauöschleuderung", gehört uns die ganze Welt, ist die ganze Welt unsere Heimath. Israel ist also nirgends in der Verbannung und Zerstreuung, sondern überall zu Hause und in seiner Heimath. Bekanntlich wnrde Israel schon früher auch einmal „hinausgeschleudert" nach Babylon; jene „hinausgeschleuderten" Israeliten aber jauchzten und frohlockten nicht, daß nun auch Babylon ihre „Heimath" war, sondern sie sangen Klagelieder. Ein solches

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