Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 8-9 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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118 verwirft, was ihm nicht behagt, und auf der andern Seite Bibel und Talmud und wohl auch Christenthum wieder benutzt und als Autorität anführt, wo es in ihren Kram paßt; ein Judenthum, das aber eigentlich keine andere Autorität kennt und achtet als seine Vernunft; ein Judenthum, das sich als die lauterste Weisheit, Unschuld und Kindeseinfalt geberdet, und doch nichts ist als krasser, gottloser Unglaube und freche Verleugnung der geoffenbarten Wahrheit. Daß dem also sei, dafür darf man die Beweise nicht weit suchen. Schon ein flüchtiger Blick in die oben genannte Allgemeine Zeitung des Judenthums kann einen Jeden hinlänglich überjeugcn. In Nr. 18 S. 241. 1856 des genannten Blattes lesen wir folgende „Erklärung": „Es liegt uns ein ungeheures Convolut von polemischem Kram vor; die A. Augsb. Zeitung und Herr Stein in Frankfurt am Main, der Israelite in Oinoinnsti und die „Kreuzzeitung" in Berlin mit ihren Schleppträgern — aber es ist die Peßächwoche, und da kann Niemand verlangen, daß wir uns mit Sauerteig beschäftigen. Daher auf's nächste Mal!" Sollte man den Verfaffer einer solchen „Erklärung" nicht für einen frommen, orthodoxen Juden halten, dem es eine große Sünde ist, sich in der Peßach-Osterwoche mit Sauerteig zu beschäftigen? In dem Sinne freilich ist er nicht orthodor, daß er, wie die Polnischen Juden thun, mit dem Licht in der Hand am hellen Tage die Mäuselöcher alle genau untersucht, und die Stückchen Brod, die er zuvor selbst hier- und dorthin gelegt hätte, ängstlich wieder hervorsuche und auflese, um ja keinen „Sauerteig" in den von ihm bewohnten Räumen zu dulden, damit er sich nicht mit dergleichen verunreinige: so gewissenhaft und skrupulös ist der Vers, der Erklärung nicht, erläßt vielmehr „ein ungeheures Convolut Sauerteig" in seiner Wohnung*), nur will er sich in der „Peßachwoche" *) In Polen ist es Sitte, daß die Juden vor der Osterwoche allen sogenannten Sauerteig in besondere Zimmer, Keller ». s. w. bringen, diese Gemächer dann verschließen und ein Jeder den ganzen Sauerteig, den er besitzt, an einen Christen für einige Pfennige verkauft, sich auch ein Handgeld auf diesen Schwindelkaus geben läßt. Die Schlüssel von den