Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1857-01-01 · 1 (1857) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
1 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554677-2554679--02607-2558482
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

13 nämlich den 25, December 1821 in Warschau an. Bis dahin hatte M'Caul bereits an 200 Neue Testamente und 2000 Traktate unter die Juden ausgetheilt, die durch diese selbst über das ganze Land und bis nach Rußland verbreitet wurden. Auch Becker hatte mit Erlaubniß der Beamten an der Grenze und auf seinem Wege nach Warschau mehrere Schriften verbreitet und erfreuliche Gespräche mit Juden. In Warschau war der Zulauf von Juden zu den Missionaren groß, so daß dadurch und wohl auch durch die Ankunft des zweiten Missionars sehr bald die Eifersucht der Regie- ' rungs-Commission der geistlichen Angelegenheiten rege wurde. Die Missionare wurden vorgefordert, über ihre Absichten befragt und zu Protokoll vernommen, um über sie und ihr Vorhaben nach Petersburg zu berichten. Somit war nun schon ihre fernere Wirksamkeit rmd ihr Bleiben in Polen in Frage gestellt. Ein protestantisches Mitglied der genannten Commission sagte ihnen auch bald, die Antwort aus Petersburg würde dahin lauten, daß man der Missionare nicht bedürfe, da genug Priester im Lande wären, um die Juden in die christliche Kirche aufzunehmen, wenn sich dieselben bekehren wollten. Auf der andern Seite hatten die Missionare gute Hoffnung von dem damaligen Kaiser Alexander die Erlaubniß zur förmlichen Begründung einer Mission nicht nur in Polen, sondern auch in Rußland zu erhalten, wenn sie sich selbst auf geeignetem ' Wege an Se. Majestät den Kaiser wenden und ihm die Sache in dem rechten Lichte und vom rechten Gesichtspunkte aus darstellen würden. Um daher eine förmliche Ausweisung zu vermeiden, wodurch die wichtige Angelegenheit in ihrem ersten Keim ein für allemal erstickt worden wäre, entschlossen sie sich nach gläubigem Anrufen des Herrn um seine Leitung Warschau und Polen ohne Weiteres zu verlassen. Sie reisten also am 18. Februar 1822 ab und begaben sich nach Posen. Dort nahm man sie nicht nur freundlich auf, sondern ertheilte ihnen gern die Erlaubniß zu ihrer Missions-Wirksamkeit mit Anwünschung eines guten Erfolges. Während Becker auf einer Misstonsreise die Städte Lissa und Rawicz besuchte, wurde in Posen von Herrn M'Caul die noch jetzt bestehende und besonders durch Anlegung vieler Schulen für jüdische

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.