Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1856-01-01 · 11-12 (1856) · page 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
11-12 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554669-2554676--02588-2558462
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

191 schwarz in meiner eigenen Gerechtigkeit, aber ich bin lieblich in der Gerechtigkeit meines Heilandes." Ich sprach dann eine geraume Zeit über die Lehre von der Erbsünde und die Rechtfertigung durch den Glauben an den Erlöser. Sie hörten Alle aufmerksam zu, und ich wurde nur selten durch Einwendungen, oder vielmehr Fragen unterbrochen. Als ich geendigt hatte, war es bereits Abend geworden, und die Juden bereiteten sich vor, in die Synagoge zu gehen. Für den nächsten Tag wurden wir in die Laubhütte des Kh owadje Eltjahu (Privat-Banquiers des Pascha) eingeladen, und da das Judenviertel eine bedeutende Strecke von der Stadt entfernt ist, und dazwischen einige einsame Felder liegen, so waren wir genöthigt, sie zu verlassen. Den 29. — Nach unserer Verabredung gingen wir zu Khowadje Elijahu. Ich kannte ihn bereits von Ravanduz her, wo wir mehrere interessante Gespräche übers Christenthum gehabt hatten. Auch seine Hütte war voll von Juden, und er selbst fing an vom Christenthume zu sprechen. Die Gegenstände, welche heute besprochen wurden, waren die Lehren von der Dreieinigkeit und der Gottheit und dem Tode des Messias. Sie hatten sich augenscheinlich zum Kampfe vorbereitet, denn anstatt, daß ich am vorhergehenden Tage fast allein zu sprechen hatte, wurde ich heute von allen Setten mit Fragen und Einwendungen bestürmt. Die Einwendungen waren die gewöhnlichen, wie sie von Juden gemacht werden, und meine Antworten waren Stellen aus der heiligen Schrift. Die meisten meiner Zuhörer waren mit der heiligen Schrift ziemlich bekannt, aber wußten nichts von der Grammatik, daher es schwer war, ihnen den Sinn irgend einer Stelle klar zu machen. Nachdem ich ihnen die meisten ihrer Einwürfe beantwortet hatte, sprach ich zu ihnen von dem geistlichen Nutzen der Frage und von der absoluten Nothwendigkeit der Lehren in Betreff des Heilsplanes. So waren wir bis zum Abend beschäftigt, und als wir fie verließen, begleitete uns unser Wirth bis zur Stadt. Auf dem Wege richtete er verschiedene Fragen an mich über seinen Bruder Khowadje Abd Allah — den Banquier der Regierung, das ist derselbe, der mich in Kifrt besuchte — über einige seiner Verwandten in Bagdad und dann —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.