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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 11-12 (1856) · page 23

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Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
11-12 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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183 ten Ueberbleibsel einer einst reichen und blühenden jüdischen Gemeinde das Chrißenthum zu predigen. Während der ganzen Zeit, die ich unter ihnen verweilte, vernahm ich eine Menge Fragen, aber keine spitzfindigen, sondern nur solche, welche zeigten, daß fie Interesse an den Dingen fanden, von welchen ich ihnen erzählte. Das Erste, was sie mich fragten, war das, warum wir Christen, die wir doch den göttlichen Ursprung des Gesetzes Mofis anerkennen, nicht dessen Gebote halten. Ich antwortete ihnen damit, daß ich ihnen den Unterschied der zwei Bündnisse, des mosaischen und messianischen zeigte; wie das Eine, das seine Belohnung und Bestrafung in der Zeit habe, in äußerlichen, zeitlichen und leiblichen Geboten bestände, während das Andere geistlich und innerlich sei, und seine Belohnung und Bestrafung nur in der künftigen Welt habe. Auch zeigte ich ihnen, daß die meisten der mosaischen und ceremoniellen Gesetze typisch seien und daß nun, da die Bedeutung der Typen durch die Erscheinung des Messias erfüllt worden sei, die Typen selbst ihr Ende erreicht hätten. Sie fingen nun an dieselben Fragen in Bezug auf das Einzelne an mich zu richten. Da sie den Tag vorher den Versöhnungstag gefeiert hatten, so fragten sie, warum wir diesen heiligen Tag nicht hielten, da Jedermann der Vergebung bedürfe, indem alle Menschen Sünder seien. Ich antwortete, daß ich hierin ganz mit ihnen übereinstimme und daß, weil wir fühlten, daß wir alle der Vergebung bedürften, wir etwas Besseres nöthig hätten, als die bloße Erinnerung an die Gebräuche und Ceremonien, welche selbst dann, als sie nach der Verordnung Gottes vollbracht wurden, nimmer wirklich vorherbedachte Sünden hinwegnehmen konnten, und auch in der That niemals die Verheißung der Vergebung in sich schlossen. Dann zeigte ich ihnen, daß wir im Neuen Testamente oder Bunde eine wirkliche Vergebung aller Sünden hätten, wie dies hinreichend in vielen Aussprüchen der Propheten gezeigt wird, daß, während ihre Väter, selbst in den herrlichsten Tagen des Bestehens Israels, nur einen klaren Typus hatten, welcher die herrlichen

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