Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 9-10 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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159 beiden hatte ich interessante Gespräche, und beide versprachen mir, weiter nach der Wahrheit der christlichen Religion zu forschen, wenn sie Gelegenheit dazu finden sollten. Auch fand ich Gelegenheit, die Lehren der christlichen Religion einigen Muhamedanern darzulegen, welche zu einer Caravane von Pilgern gehörten, die in einiger Ent» fernung von uns campirte. Den 19. September. — Nach einem Marsche von ungefähr zehn Stunden erreichten wir Kara Tepeh. Wir fanden die kleine Stadt ganz voll gepfropft von Arabern (Ackerbauern), welche hier größere Sicherheit vor den Angriffen ihrer auf Beute ausgehenden Brüder in der Wüste gesucht hatten. Ich besuchte auch die wenigen jüdischen Familien, die hier leben, aber sie waren mit Vorbereitungen beschäftigt, um am nächsten Morgen den Ort mit uns zu verlassen , da sie die bevorstehenden Feste —den Versöhnungstag und das Laubhüttenfest — mit ihren Brüdern in Kifri feiern wollten. Pen Sv. September. — Ich verbrachte beinahe die ganze Zeit unserer Reise nach Kifri in Unterhaltung mit meinen jüdischen Reisegefährten, indem ich ihnen die Versöhnung durch den Tod Christi predigte als die Erfüllung und das Gegenbild der Versöhnung, welche durch den Hohenpriester an dem Feste bewirkt wurde, dessen Andenken sie im Begriff stünden, feierlich zu begehen. Wie man voraussetzen wird, war eine solche Unterredung nur oberflächlich und erfolglos, und wenn ich nur irgend einen wichtigen Punkt zu Gunsten des Christenthums vorbrachte, so wiesen sie denselben zurück, indem sie sich auf ihre Unwissenheit beriefen. Für diese theilweise Täuschung wurde ich jedoch in Kifri entschädigt, wo ich von dem Augenblicke meiner Ankunft an, gegen 10 Uhr Vormittags, bis spät in die Nacht eine zahlreiche Zuhörerschaft von Juden hatte, die abwechselnd von zehn bis auf vierzig Personen stieg. Unter den Uebrigen will ich nur einige erwähnen. Zunächst den Rabbi, welcher die ganze Zeit, die er von seinem Geschäfte erübrigen konnte — es war die Zeit zum Schlachten der Kapparah — bei mir in dem Khan verbrachte. Obschon ich ihm den ganzen Rathschluß Gottes deutlich und vollständig darlegte und besonders bei den Lehren des Christenthums verweilte, welche dem