Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 9-10 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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156 und Gewaltthaten, die gegen die Juden verübt worden sind, bis in ganz Europa kein Land, ja fast keine Stadt ist, wo nicht auf grausame und zügellose Weise das Blut der besten Söhne Israels vergossen worden wäre. — Es ist eine finstere und traurige Geschichte in Absicht auf die Kirchen aus den Heiden. Wie bald vergaßen diese den Befehl ihres Herrn anzufangen zu Jerusalem, und ihre Pflicht der Dankbarkeit gegen die Juden, die ihnen zuerst das Evangelium verkündiget hatten. Wie bald wurden sie weltlich gesinnt und waren bereit sogar die Verfolgung der Juden anzustiften, als eines von Gott verfluchten Geschlechtes, das dem Gerichte der Verblendung übergeben sei. So sind 1808 Jahre vergangen und alle Bemühungen der Heidenchristen für Israel ließen sich beinahe auf ein einzelnes Blatt schreiben. Mit welcher Freude und Genugthuung aber, my Lord, ruht das christliche Auge nach diesem flüchtigen Rückblick in die Vergangenheit auf dem gegenwärtigen Werk der Londoner Gesellschaft! Es ist der einzige grüne Punkt mitten in einer großen Wüste. Die Geschichte dieses Werkes ist erhaben, es ist die einzige systematische Bemühung, aufrecht erhalten mit unermüdetem Glauben, fortgesetzt mit unverzagter Theilnahme und getragen von einer Liebe, die noch ihre erste Inbrunst bewahrt hat, das Evangelium dem Juden zuerst zu verkündigen und Israel das Wort des ewigen Lebens zu predigen. Aus diesen Gründen fordere ich die Versammlung auf, einen Antrag zu unterstützen, der vermehrte Thätigkeit für diese Gesellschaft beansprucht. Endlich, denn da die Zeit drängt, will ich ohne Weiteres schließen, erlaube man mir nur noch zu sagen, wenn Ihr, bei ruhiger Betrachtung der Dinge, wie sie eben sind, keinen andern Zweck verfolgtet als der Staatsmann, keine andern Beweggründe im Auge hättet als die ihn bestimmen, seine Mittel zu einem Feldzuge zu berechnen, oder die einen Kaufmann antreiben, seine Handelsunternehmungen fortzusetzen, nämlich, wie man die beschränkten Quellen am besten anwenden soll; wenn Ihr dem Reiche Satans einen Streich versetzen wollt, dergleichen es seit Jahrhunderten keinen erfahren hat; wenn Ihr dagegen dem Reiche Gottes zu einer Förderung verhelfen wollt, wie eS seit der Apostel Zeit nicht erfahren hat: so ist es Eure höchste