Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 7-8 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554669-2554674--02522-2558394- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Unter Ander« sagte der Redner: „Auch wk wandelt«: in Finsterniß, aber Dank ihm (dem Kaiser) ein großes Licht bestrahlet die Stirne Frankreichs. Auch wir saßen im Schatten des Todes, waren bemühe in die Barbarei zurückgesunken, und man hat uns bedeckt mit dem glänzenden Mantel seines Ruhmes. 7 Unser ganzer Tert ist auf ihn anwendbar: der Name Frankreich ist auf's Neue groß und herrlich geworden! Unser Glück ist gleich den Schnittern, die eine volle Ernte einheimsen. Das Joch, das unsere Schultern drückte ist zerbrochen. " In diesem Sinn bewegt sich die Rede fort, nachdem zuvor.gesagt ist, daß das neugeborene Kinh „wunderbar und ein Rathgeber von göttlichen Gedanken erfüllt, ein wahrer Held und Friedenssürst werden möge!" Gegen das Ende seiner Rede aber verwebt der Rabbiner noch eine andere messtanische Stelle in dieselbe, indem er sagt: „Auch zu ihm (dem Kaiser) hat Gott gesagt: heische von mir, so will ich dir die Nationen zum Erbe geben". (Ps. 2, 8). Diese Rede hat uns an die jenes römischen Priesters erinnert, die derselbe über die nämliche Stelle des Propheten Jsaias hielt unter Ludwig XVIII. bet der Geburt eines Prinzen. — Wie ganz anders redete doch der hochbeglückte Kaiser, als er seinen ihm von Gott geschenkten Sohn den7 Repräsentanten des Landes empfahl, und sie daran erinnerte: wie schon so mancher Prinz indenTuillerien geboren worden, der nicht auf den Thron gekommen. Man kann von Herzen für den Kaiser und seinen Sohn beten, ohne aber in solche Schmeicheleien und Schriftverdrehung zu verfallen. Es sei nur im Vorbeigehen bemerkt, daß die Tertesstelle von den Targumim und allen Rabbinen als eine messianische erklärt worden ist. Aber wie zu Anfang gesagt: um das Wort wohl zu theilen und recht zu üben, und dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist dazu gehört, daß man vor Allem eine „neue Kreatur" geworden ist ein in Gott Freier, dadurch, daß man fich Gott, dem rechtmäßigen Herrn, zum Eigenthum ergeben hat. O daß bald Israel dazu gelange und wieder Gottes Eigenthumsvolk werde! I. Ä. *b.