Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 7-8 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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120 mir ist kein Gott gemacht, so wird auch nach mir keiner sein. Ich, ich bin der Herr, und ist außer mir kein Heiland. Ich habe es verkündiget, und habe euch geholfen; und habe es euch sagen lassen, und ist kein fremder Gott unter euch. Ihr seid meine Zeugen, spricht der Herr, so bin ich Gott?" Da ist allerdings von der Wahrheit die Rede, daß der Gott Israels allein Gott ist, aber steht denn diese Lehre so kahl und abgerissen da, wie unsere Monotheistenprediger sie hinstellen? Hier ist es ein lebendiger Gott, der in das Thun und Denken der Menschen eingreift. Wir finden Jes. 44, 8 ein ähnliches Zeugniß, aber nirgends eine so kalte, eisige Idee: es giebt einen und nur einen Gott, sondern dieser Gott ist ein König, ein Erlöser, ein Heiland, Helfer, Hort, Sonne und Schild; in der biblischen Lehre von Gott ist Wohlthun, Erquickung, Leben. Im Buche Jonas lesen wir von einer besondern Mission, die dieser Prophet an Niniveh empfing, aber weder in dem Aufträge, den der Herr dem Propheten Jona gab, noch in der Predigt, die Jona den Einwohnern von Niniveh hielt, finden wir das, was unsere jüdischen Missionare heute predigen: sondern hier ist von einer Büßpredigt die Rede, von einer Predigt, die den Leuten ihre Bosheit vorhält, ihnen Gottes Strafgerichte ankündigt, wenn sie sich nicht von ihrer Bosheit bekehren würden. Und alle Misstonsaufträge, die Gott seinen Knechten gab, waren von dieser Art. Aber dergleichen Auftrag ist der heutigen Mission der Juden fremd; sie bemitleiden oder belächeln vielleicht nur eine solche alte abgeschmackte Idee von einem über die Sünden der Menschen zürnenden Gott. Unsere heutigen jüdischen Missionsprediger „backen und essen Mazzoth ", begnügen sich mit diesen Ceremonien und schreien und schreiben dann ebenfalls noch in die Christenheit hinein: eS giebt einen und nur Einen Gott; unter den Heiden, wo der Götzendienst zu Hause ist, wagen sie es vielleicht nicht einmal mit dieser Misstonsbotschaft aufzutreten, um ihnen die Nichtigkeit des Götzendienstes darzuthun. — Eine Mission, die nichts Besseres und Höheres zu geben vermag, befindet sich nicht bloß in einer argen Verkennung des großen und reichen Schatzes des theuren Gotteswortes, sondern ist