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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 5-6 (1856) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
5-6 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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93 achtung ihrer Religion nach den Ueberlieferungen der Väter berufen. Es geschieht allein in der Absicht, ihr Leben dem Fasten, dem Nachdenken und dem Gebete zu weihen, daß Juden in großer Zahl ihre Heimath, ihre Familienverbindungen und weltlichen Interessen verlassend, aus den fernen Ländern ihrer Zerstreuung nach Jerusalem strömen mit so geringen Mitteln, daß sie kaum ihr Leben damit erhalten können. Bei ihrer Ankunft werden sie sofort in den Gemeindeverband ausgenommen und sind den Gebräuchen und Gesetzen und der Diseiplin desselben unterworfen. Und welch eine gewaltige Macht diese über das Gemüth des Juden ausüben, weiß Niemand besser, als der christliche Missionar, dessen schwerste Arbeit darin besteht, die eisernen Fesseln früherer Erziehung und des Vorurtheils zu zerbrechen. Nichts konnte daher ihren Gefühlen mehr widerstreiten, als die Anforderung, ein solches, den überkommenen religiösen Gebräuchen gemäßes Leben zu verlassen, und zu den weltlichen Bestrebungen nach Gewinn und Verkehr zurück zu kehren. Man darf sich daher nicht darüber wundern, daß, als Sir Moses Montefiore mit seinen Plänen, ihre Lage durch Erziehung, Fabriken und Ackerbau zu verbessern, unter ihnen erschien, sie alle wie ein Mann seine Vorschlägeverwarfen, ungeachtetder Verehrung, die ihm gerechterweise gezollt wird. Von den besten Absichten für das Wohl seiner Landsleute durchdrungen, wurde er durch die Opposition, auf die er stieß, außer Fassung gebracht, und er muß Jerusalem verlassen haben als ein Mann, der sich in seinen Erwartungen völlig getäuscht sah. Von den verschiedenen Plänen, welche er in Ausführung zu bringen suchte, als eine Kattunfabrik, Mädchenschulen und Aufmunterungen zum Ackerbaue, wird wahrscheinlich kein einziger gelingen. Die Schule steht einsam und verlassen, die Fabrik ist geschlossen und die Fonds zur Betreibung des Ackerbaus sind nicht ausreichend, um einen praktischen Nutzen zu schaffen, nicht allein wegen ihrer Unzulänglichkeit, sondern auch wegen des Mangels an einem thätigen und zuverlässigen Agenten, der sie recht anzuwenden versteht. Das einzig dauernde Denkmal an Sir Moses Besuch in Jerusalem ist ein steinigter Fleck Landes, welcher an die Straße an der Nordseite des untern Teiches Gihon vorbeiführend gränzt, und welcher zur Anlage

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