Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 5-6 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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73 in Israel, ein jeglicher ist mächtig bei dir, Blut zu vergießen. Verräther sind in dir, auf daß sie Blut vergießen. Siehe, ich schlage meine Hände zusammen über den Geiz, den Du treibest, und über das Blut, so in dir vergossen ist. Ihre Fürsten sind darinnen wie die reißenden Wölfe Blut zu vergießen und Seelen umzubringen, um ihres Geizes willen. Kap. 36, 18. Ich schüttete meinen Grimm über sie auö um des Blutes willen, das sie im Lande vergossen; eines Hosea Kap. 6, 8. 9. Gilead ist eine Stadt voll Abgötterei und Blutschulden; und die Priester sammt ihrem Haufen wie die Ströter, so da lauern auf die Leute, und würgen auf dem Wege; eines Micha Kap. 7, 2. Die frommen Leute sind weg in diesem Lande; und die Gerechten sind nicht mehr unter den Leuten. Sie lauern alle aufs Blut; ein jeglicher jagt den andern, daß er ihn v erderbe, oder Ps. 106, 38. Sie vergossen unschuldiges Blut, das Blut ihrer Söhne und Töchter, die sie opferten den Götzen Canaans, daß das Land mit Blutschuld bedeckt ward. Diese Zeugnisse der Propheten könnten leicht durch viele andere Stellen vermehrt werden. Wo ist nun die Wahrheit? Die Propheten strafen Israel wegen des vielen unschuldig vergossenen Blutes; in der Allgemeinen Zeitung des Judenthumö singt heute ein Dichter: „Haß und Fluch und Blut" sind nicht Judas Geist; ein Zeugniß muß offenbar falsch sein, entweder das der Propheten oder des Verfassers der Harfenklänge. Wer ist nun der Lügner? Ein Jesaias, Jeremias, Hesekiel oder der Frühlingsvogel der Allgemeinen Zeitung des Judenthums? Wahrlich, die Antwort kann nicht schwer sein. Und die Leier des Dichters soll von Gott und für Gott geweiht sein?! — Er wird es wohl besser wissen, von wem und für wen sie geweiht ist. — Schon an diesem Gesänge läßt sich deutlich und zur Genüge erkennen, was das für eine saubere Mission sein muß, von welchem Geist eingegeben, die wir hier zu erwarten haben. Doch wir wollen unfern Dichter weiter hören. In dem zweiten Gesänge besingt er, wie Abraham zur Got-