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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 5-6 (1856) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
5-6 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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TI sänge, daß „der Frühling ihm der Harfe golvenfarbeneS Band über Haupt und Brust geschwungen und feine Lippen gesprochen hätten : Singe! " Wenn, wie wir bald hören werden, der Sänger in dem offenbarsten Widerspruch mit dem ganzen Wort Gottes des Alten Testaments steht, so kann die Macht, die unter dem dichterischen Bilde des lieblichen „Frühlings" mit „Strahlenlichter Hand" mit einem „Aug, dem alle Lust der jubelvollen Welt entflossen" und mit „seinen Lippen"ihn zum „Singen" treibt, unmöglich von dem Herrn ausgegangen sein, der seine Knechte, die Propheten, antrieb zu reden und zu zeugen; denn sonst könnte kein Widerspruch zwischen diesen Gesängen und dem Worte MoseS und der Propheten stattfinden. Es muß daher die Macht eines andern Herrn und Geistes gewesen sein, nämlich dessen, der jenem immer und überall entgegengesetzt ist, der auch von Anfang an seine Diener und Sänger hatte und sie antrieb ihren Mund zu öffnen, um den wahren Propheten und Knechten des Herrn entgegen zu arbeiten, von dessen Thun wir 1. Chron. 18, 21 ein deutliches Beispiel haben, und der, da er sich, wie das N. T. lehrt, auch in einen Engel des Lichts verstellt, sehr wohl unter dem anmuthigen Bilde des „Frühlings" dargestellt werden kann, mit dem sich ja auch „die jubelvolle Welt" sehr wohl einig weiß. Der Vers., so zum Singen fortgeriffen, fragt nun aber: „Was soll ich singen?" „Was ist das Lied von Juda's Stamm, das mir entström, daß es dann durch die Länder schreitet und bringt aus meinem Munde vom Lenz die Kunde?" Und er erklärt: „Judas Leier und Harfenspiel solle von dem nicht klingen, was die Zeit entzündet und wieder löschet", sondern „Du, Gott geweiht — von Gott geweiht eh noch ein Lied von Menschenlippen klang, sei auch für Gott geweiht durch aller Zeiten Sturm und Drangt" Muß nach einem solchen feierlichen Eingänge nicht jeder Vernünftige erwarten, daßin den „Harfenklängen", welche „die Sendung Israels" besingen/eine klare und deutliche Uebereinstimmung mit dem Worte Gottes, wie es in der heil. Schrift des A. T. enthalten ist, werde und müsse angetroffen werden? Wie steht es aber damit? Schon in diesem ersten Gesänge sagt der Verfasser, er wolle nicht singen von „Helden", denn „Schau, an des Hel-

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