Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 3-4 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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34 ... hielt die Festpredigt, welche wir nachstehend vollständig abgedruckt haben. Ein Wort des lieben Feundes Israels möchten wir allen Leser» dringendst ans Herz legen: „Die Christenheit scheint es vergessen zu haben, daß sie eine Schuldnerin Israels ist." Leider ist es so! Waren es nicht Juden, welche zuerst das köstliche Licht des Evangeliums zu den Heiden trugen? Und was thut heute die Christenheit, damit Israel, dem alten Bundesvolke, das Wort von der Versöhnung gebracht werde?! Wachet doch auf, Alle, die Ihr den Herrn Jefum lieb habt! Betet für die Missionare, legt Fürbitte ein für die armen verblendeten Juden und schließt Euch dem Missionswerke unter Israel an! Vor Allem, zeigt den Juden, daß Ihr sie wirklich lieb habt. Ueberwindet durch Gottes Kraft den Widerwillen gegen sie. Uebt besonders ihnen gegenüber christliche Nachsicht und decket mit Liebe zu, was Euch an ihnen nicht gefällt! Nach der Predigt verlas Consistorial-Rath Wachler das Rundschreiben des Bischofs Gobat, welches die christliche Versammlung bis zu Ende mit gespannter Aufmerksamkeit anhörte, obgleich die Zeit schon ziemlich vorgerückt war. Da wir dasselbe ebenfalls vollständig mittheilen, so wäre es wohl eigentlich nicht nöthig, hier auf einzelne Punkte dieses Schreibens näher einzugehen. Dennoch wollen wir eine darin besonders ausgesprochene Ansicht hervorheben, weil sie uns zur richtigen Beurtheilung der Juden- Mifsion in ihrer jetzigen Epoche wichtig erscheint. Bischof Gobat sagt nämlich: ,,3ch glaube, daß unsre hauptsächlichste Pflicht darin besteht, die Masse des Volkes für die zukünftige Aufnahme des Evangeliums vorzubereiten, daß wir ihnen die Hindernisse aus dem Wege räumen. Dies, nämlich die Hindernisse wegräumen und Christum und Sein Heil ihnen anbieten, ist Alles, was wir thun können: Die Bekehrung des Herzeus und die Erneuerung zum Lebe» ist das Werk Gottes Selbst."