Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 1-2 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554669-2554671--02412-2558281- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
20 fern und für die Völker der Erde werden: das war feine ursprüngliche Bestimmung, dazu hatte es der Herr erwählet und berufen, und seine Gaben und Berufungen mögen ihn nicht gereuen. Zur Erfüllung dieser hohen und herrlichen Bestimmung kann es aber nur gelangen durch wahre und aufrichtige Buße und Bekehrung zu dem Herrn Jesu als seinem König Messias. Das ist die große Wahrheit, welche sich durch die ganze heilige Schrift hindurch zieht, und die Niemand leugnen kann, der ein Verständniß der Schrift hat. Möchte die Zeit, in welcher sich diese Wahrheit verwirklichen wird, bald eintreten, und vielleicht ist sie nicht mehr fern, die Zeichen der Zeit wenigstens deuten daraus hin —; denn es wird eine herrliche Zeit sein nicht nur für Israel, sondern auch für alle Geschlechter der Erde, indem dann das Reich Gottes auf Erden, das Reich der Gerechtigkeit und des Friedens, zu seiner Vollendung gelangen wird. Die Juden im Elsaß. Es giebt eigenthümliche Widersprüche unter den Menschen; so geschah es in den letzten zwei Jahren wiederholentlich, daß wir von französischen Juden die römische Kirche für toleranter als die evangelische rühmen hörten, ja selbst in französisch-jüdischenZeitschriftenfanden wir Stellen solchen Inhalts. Ein Rückblick in die vergangenen Jahrhunderte, in die Geschichte der schrecklichen, unmenschlichen Verfolgungen und Mißhandlungen,welche Israel in den allerkatholischsten Ländern, in Portugal, Spanien und Frankreich zu erdulden hatte, könnte die Vorliebe für den römischen Katholicismus den Israeliten wohl benehmen. Sie hätten nichtnöthig nach R o m zu blicken und auf andere italienischen Städte, um sich durch die noch vorhandenen elenden Judenquartiere, die Ghettos, zu überzeugen, daß die römische Kirche heute noch dieselbe Gesinnung gegen Israel hegt. Ein Büchlein, das im Elsaß erschienen, betitelt: das Wucherbüchlein, könnte jedem Juden zeigen, daß es nicht wahr ist, daß „das kathol. Frankreich tausendmal mehr für die Juden durch seine Emancipation gethan hat, als das ganze protestantische Deutschland", wie wir neulich in dem Univers Israelite lasen. Dies Wucherbüchlein ist, so viel