Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 11-12 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554661-2554668--02378-2558246- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
191 wir aber mit unfern christlichen Kirchen machen? Nun die werden dann nächstens auch an die Reihe kommen, da wird vielleicht ein israelitischer Predigerverein zusammentreten und den Antrag stellen, daß man das „christliche Princip" aus diesen auch entferne, denn natürlich könnten da nicht geringere „Vortheile den Israeliten erwachsen"; und Toleranz wird es doch nur sein, wenn unsre christlichen Schulen und Kirchen jüdische, d. b. talmudische Pflanzschulen sein werden. Das ist bescheiden! Das ist schonende Toleranz! DaS stimmt auch vollkommen mit der Theorie unsers Verfassers überein. Er sagte ja in seinem Aufsatz, „in dem kleinen Lande Israel wurden die Götzenaltäre u. s. w. zerstört, um in demselben dem Volke Israel Beispiel und Verlockung zu nehmen und dagegen die Lehre und Anbetung des Einigen zu sichern." Also Israel zerstörte in seinem Lande die Altäre der Heiden, und wir Christen sollen nach dem Wunsche der Juden in unserm eigenen Lande unsere christlichen Schulen, und, wie gesagt, später wahrscheinlich doch auch unsre Kirchen zerstören, denn den Juden würden viele „Vortheile daraus erwachsen". Wir möchten nicht gern falsche Folgerungen und Consequenzen ziehen und darauf hin Jemand beschuldigen, aber das Ansinnen der Juden liegt gedruckt in der Allgemeinen Zeitung des JudenthumS vor und ob selbst nach dem Obigen diese Folgerungen so fern liegen? Wir haben oben gezeigt, daß wir Christen in den Augen der Juden Götzendiener sind, und streng genommen können sie nach ihren Grundsätzen uns auch gar nicht anders ansehen. In Nummer 16 wird ein Passahvortrag mitgetheilt, in welchem es S. 137. heißt: „Er (Gott) hat zuerst durch die Religion Israels der Menschheit die Wahrheit verkündet, daß sie die Götzenaltäre zertrümmere, die doch nur der Mensch sich selbst und seinen Leidenschaften erbauet, daß sieden einigen, einzigen Gott lehre." Also noch einmal, das ist die Toleranz, die Israel begehrt, daß unsere Schulen und Kirchen, wenn nicht zerstört, doch entchristlicht werden müssen! — Daß wirklich die Allgemeine Zeitung des Judenthums alle dergleichen Dinge als zum Bereich der Toleranz nothwendig gehörend betrachtet, erhellt aus derselben Nummer 25, wo es S. 318 heißt: „Mit Vergnügen erwähnen wir hier auch eine Toleranz, die neulich