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Dibre Emeth · 1855-01-01 · 7-8 (1855) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
7-8 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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1S7 der, so oft er auszog, die Wahrheit in Christo zu predigen, immer zuerst die Synagogen der Juden aufsuchte, und den Juden zuerst das Evangelium predigte, so müssen auch wir zu den verlornen Schafen aus dem Hause Israels gehen und uns bemühen, sie aus ihrer Zerstreuung zu sammeln. Es fehlt uns auch keinesweges an hinreichenden Gründen, warum wir das thun sollen. Die Juden sind in einem Jrrthume, der für das Gemüth eines Christen entsetzlich ist. Es ist nicht blos, daß die Juden das Neue Testament verachten und verwerfen, sondern sie legen durch die Annahme der Traditionen, welchen sie eben ein solches Ansehen beilegen, wie dem Worte Gottes, auch das Alte Testament bei Seite. Das Studium des Wortes Gottes wird von den Juden nicht allein gering geachtet, sondern fast ganz vernachläßigt. Die Juden haben, wie bekannt, eine allgemeine Ueberlieferung, daß die Bibel dem Wasser, die Mischna dem Weine, die Gemara aber dem gewürzten Weine gleich ist. Und wiederum ist die Ueberlieferung allgemein unter ihnen, daß die, welche in der Bibel studiren, etwas thun, was eine Tugend oder auch keine Tugend ist; die in der Mischna studiren, die thun etwas, das eine Tugend ist, und empfangen deswegen einen Lohn; die aber in der Gemara studiren, die thun etwas, das die größte Tugend ist. Die praktische Wirkung von alle dem ist, daß das Wort Gottes bei Seite gesetzt und seines Ansehens als der alleinigen Fahne unsers Lebens und Wandels entkleidet wird. Daher fordern uns die geistlichen Bedürfnisse der Juden eben so dringend auf zur treuen Verkündigung des Evangeliums unter ihnen, wie die geistlichen Bedürfnisse irgend Jemandes, wie umnachtet, oder entblößt von der Erkenntniß Christi er auch immer sein mag. Eine andere Ermuthigung, die wir bei der Predigt des Evangeliums unter den Juden haben, liegt in der Thatsache, daß wir wissen, daß es unter ihnen „Uebriggebliebene giebt nach der Wahl der Gnaden," Uebriggebliebene, welche durch die Predigt des Evangeliums errettet werden sollen. Und obschon ich die Bekehrung des ganzen jüdischen Volkes durch die Anstrengungen dieser Gesellschaft nicht erwarte, so glaube ich doch, daß diese Gesellschaft das Mittel sein wird, viele von den Uebriggebliebenen Israels zu Christo zu führen, damit sie sich über die Vorrechte der Kinder Gottes durch den Glauben an Christum Jesum freuen und Theilnehmer ihrer endlichen Herrlichkeit werden mögen. Darum, weil cs eine Christenpflicht ist, eine Pflicht, die uns nach dem Gebote Christi obliegt und durch das Beispiel der Apostel und die gegenwärtigen Umstände der Juden eingeschärft wird, so möchte ich euch Alle, die ihr den Herrn Jesum Christum lieb habt, auffordern, die Sache der Gesellschaft zu unterstützen. Auch ist dies nicht der alleinige Grund. Ich glaube, dgß unser Glück, unser Wohlergehen, unser Gedeihen in Allem, was sich auf unser leibliches und zeitliches Wohl bezieht, mit unfern christlichen

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