Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 5-6 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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94 Nachforschung und fleißigem Studium ist, er bessere Gelegenheiten zur Bildung eines richtigen Urtheils gehabt hat, als irgend Jemand anders unter dem gegenwärtigen Geschlechte. Im Laufe der vier Jahre hat er sich die Sprache der afghanischen Stämme angeeignet, viele ihrer Schriften und Genealogieen gesammelt und sich ihrer eigenen Traditionen und Gefühle über diesen Punkt bemeistert. Seine wohlerwogene Meinung, daß die Afghanen das sind, was sie selbst vorgeben zu sein, nämlich Kinder Israels, ist daher von wesentlicher Bedeutung. Es ist auch unmöglich, die Aehnlichkeit der Sitten und Gebräuche, auf die er verweist, zu betrachten, ohne fast zu demselben Schlüsse geführt zu werden. Aber ich glaube, daß der Gegenstand von Gott absichtlich in solches Dunkel gehüllt ist, daß es vorschnell sein würde, zu behaupten, die zehn Stämme Israels sind aufgesunden. Man hat sie'in Afrika, Australien und mitten in Himalaya Hindostans gefunden, und jeder Finder ist von der Richtigkeit seiner Meinung überzeugt. Alles, was ich sagen möchte, ist das, daß die sehr interessante Thatsache feststeht, daß die wenigen Gelehrten unter ihnen sagen, sie seien ein Zweig der Israeliten, daß die Genealogie aller ihrer Stämme auf irgend einen großen jüdischen Namen zurückgeführt wird; daß die gewöhnlichen Namen lauter biblische Namen sind, wie Abraham, und Joseph, und Isaak, und Esau, und Zacharias, und Jsmael; daß ihr Mahomedanismus mit so viel jüdischen Eigenheiten vermischt ist, welche ihre Traditionen erhärten; und daß es überhaupt unbegreiflich scheint, warum ein siegreiches Volk die verachteten Juden zu ihren Vorvätern wählen sollte, wenn es sich eine Geschichte der Genealogie fabriciren wollte. Es ist entschieden mehr für ihre jüdische Abkunft, als dagegen zu sagen. Selbst ihre Lage auf der Weltkarte sieht einem allmäligen Fortziehen aus dem Lande ihrer Gefangenschaft gleich, bis sie mit der Zeit in den tiefsten Babarismus versunken sind. Aber die Sache bedarf doch einer genaueren Sichtung, als Capitain James Zeit gehabt hat, sie vorzunehmen. Mahomet entlehnte viel aus der Geschichte und den Schriften Moses und judaisirte von Anfang an sein Glaubensbekenntniß und folglich auch seine Anhänger. Die Hauptsache der Frage ist daher die: Dasjenige, was die