Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 5-6 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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83 schlungen werden müssen. Nun je mehr solche Wirkungen sich kund geben, desto größer sollte unsere Anstrengung sein, im Vertrauen auf die Gnade Gottes, die erwachten Gemüther der Juden zu der sichern und seligen Ruhe, die in der Wahrheit des Christenthums ist, hinzuführen. Auch sollte unser Werk keinesweges auf die gegenwärtigen Gränzen beschränkt bleiben. Indien, China, Amerika, Westindien und selbst Australien — alle diese Länder bieten unserer Gesellschaft ein weites Arbeitsfeld dar. Will uns die christliche Kirche nicht beistehen, daß, da sich uns die Gelegenheit darbietet, auch den Juden in jenen Gegenden das Evangelium gepredigt werde? Wir glauben, daß das Interesse der Kirche Christi an dieser heiligen Sache im Wachsen ist, und wir hoffen, daß ihre Glieder sich willig finden werden, die Geldmittel unserer Gesellschaft zu einer solchen Höhe zu bringen, daß sie dem wachsenden Werke, das sich vor uns eröffnet, auch entsprechen. Vor allem aber bitten wir sie, immer ernster und anhaltender um fähige, fromme und eifrige Missionare zum Herrn zu flehen. Wir haben nur noch eine Bemerkung zu machen, aber eine Bemerkung von nicht geringer Bedeutung für den Erfolg unseres Werkes; sie betrifft den Character und das Betragen der Christen im Allgemeinen gegenüber ihren jüdischen Brüdern. Viele Juden der höheren Klasse sind für den Missionar unzugänglich, aber sie stehen im häufigen Verkehr mit denen, welche sich Christen nennen. Sie werden jetzt auch von den Letzteren oft mit Höflichkeit und Güte behandelt, was einen großen Contrast bildet zu der Schmach und Verachtung, welche ihnen in früheren Zeiten zu Theil geworden sind. Aber sind diese Christen auch besorgt, ihren jüdischen Freunden Gelegenheit zu geben, daß sie durch sie den Werth des Namens kennen lernen, durch welchen sie allein selig werden können, und sind sie auch darin treu, daß sie dieselben mit Dem bekannt zu machen suchen, in welchem sie als ihre einzige Hoffnung zu glauben bekennen? Unsere Gesellschaft hat in Folge dieser Umstände fast keinen Einfluß auf diese Klasse der Juden; wird nun wohl dieser Mangel durch unfern Wandel als Christen ersetzt? und ist irgend 6*