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Dibre Emeth · 1855-01-01 · 5-6 (1855) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
5-6 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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73 baoth: Schauet, wie es euch gehet. Ihr fast viel, «nd bringet wenig ein; ihr esset und werdet dsch nicht satt; ihr trinket, und werdet doch nicht trnnken; ihr kleidet euch, und könnet ench doch nicht erwärmen; «nd welcher Geld verdienet, der legt es in einen locherichten Beutel. Haggai 1,2 — 6. Und im folgenden Kapitel heißt es V. 16—18: „Und nun schauet, wie es euch gegangen ist von diesem Tage an und zuvor, ehe denn ein Ltein auf den andern gelegt ward am Tempel des Herrn; daß, wenn einer zum Rornhaufen kam, der zwanzig Maß haben sollte, so waren kaum zehn da; kam er zur Retter und meinete fünfzig Eimer zu schöpfen, so waren kaum zwanzig da. Denn ich plagte ench mit Dürre, Brandkorn und "Hagel in aller eurer Arbeit." Das ist auch wieder deutlich geredet und heißt: An Gottes Segen ist alles gelegen. Wo der ist, da ist Ueberfluß, wo er aber fehlt, da ist Mangel und Noch, selbst beim Ueberflusse. Aber das glaubt man nicht, man wähnt vielmehr, der Mensch müsse sich selber helfen mit seiner Weisheit, mit seinem Thun und Wirken; und weist man auf die wahre Quelle der Noth hin, spricht man es frei aus, daß Theuerung, Cholera, oder andere ansteckende Krankheiten, Krieg und andere Plagen, Züchtigungen und Strafen Gottes sind, die uns um unserer Sünden, um unsers Abfalls willen von Gott treffen, so kann man sicher sein, daß es an Spott und Hohn nicht fehlen wird. Allein Wahrheit bleibt Wahrheit, und das Wort Gottes lügt nicht. Ein jeder, der seine Augen nicht muthwillig verschließt, kann das an Israel sehen. Alles, was Moses und die Propheten diesem Volke verkündigt haben, ist aufs vollkommenste an ihm erfüllt worden. Israel war gesegnet und das höchste unter den Völkern der Erde, so lange es in den Geboten des Herrn wandelte; aber ebenso hat es die Strafe getroffen, als es von dem Herrn absiel und anstatt in den Wegen des Herrn zu wandeln, seinen eigenen Gedanken nachfolgte. In Folge seiner Sünde ist Israel unter alle Völker der Erde zerstreut, und hat in dieser Zerstreuung den Leidenskelch bis auf den letzten Tropfen mehr als ein Mal ausleeren müssen. Liest man die oben genannten Kapitel, so hat man die Geschichte Jsraels.seit achtzehnhundert Jahren. Aber

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