Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 5-6 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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67 müsse in gleicher Weise vortheilhast beschäftigt werden, und eine Ersparniß am Lohn könnte den Armen vielleicht eine bessere Zukunft — als es jedenfalls der entnervende und unbelohnende Bettel ist — bereiten. Bei dem sechsten Punkte wird erwähnt, daß die Berufsthätigkeit des Landbaues weniger Chancen unterworfen ist, und ein reelleres Auskommen sichert; und deshalb wird dann das Projekt zur Gründung einer Colonie des Landbaues vorgeschlagen. Wir müssen bekennen, daß wir nicht wenig überrascht waren, als wir den Artikel der Zeitung des Judenthums lasen und darin die angeführten Punkte als Ursachen des Pauperismus oder der Verarmung lasen. Wie ist es doch möglich, so etwas auszusprechen! Selbst wenn wir zugeben wollten, daß unter angeführten Umständen ein Volk verarmen könnte und müßte, so würden wir diese Umstände immer noch nicht die Ursachen der Verarmung nennen können; sie wären doch weiter nichts, als die Mittel der Verarmung, die wiederum ihre Ursachen haben müssen, aus welchen sie hervorgegangen sind. Aber wir können auch nicht zugeben, daß die angeführten Umstände nothwendig die Verarmung zur Folge haben müssen. Weiß es denn Herr Gerson Levy nicht, und weiß es der Berichterstatter, Herr Di*. Lewysohn nicht, daß zur Verarmung einer Stadt oder eines Landes noch ganz andere Bedingungen hinzukommen müssen, als eine zahlreiche Population? Denn darauf wird ja bei der ersten Ursache hingewiesen, wenn angeführt wird, daß 1567 nur vier jüdische Familien das Jndigenat erhielten, sich in Metz niederzulassen, im Jahre 1718 aber die Gemeinde daselbst 480 Haushaltungen zählte. Wir wollen zur Widerlegung nicht auf Länder und Landstriche Hinweisen, wie etwa England und das Wupperthal, die in der That übervölkert sind, wo aber dessenungeachtet der größte Wohlstand herrscht; und im Gegensätze zu dem auf Irland oder Polen, wo die Bevölkerung nur gering ist, und dazu noch fast ausschließlich Ackerbau betrieben wird, dessenungeachtet aber doch die Armuth und Roth im höchsten Maße vorhanden ist. Nein, wir wollen die Herren nur an Palästina, das Land ihrer Väter erinnern, um ihnen ihren Jrrthum vor Augen zu legen, damit Ke ihn sehen können, wenn sie dieselben nicht muthwillig verschließe».