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Dibre Emeth · 1855-01-01 · 1-2 (1855) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
1-2 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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18 so schön und wahr sagt, „daß sie an einer Unruhe des Lebens leiden, die das Leben selbst verzehrt; es sind Gemüther, welche den Gärten auf Vulkanen gleichen, es ist ein eingemauertes Feuer, das ihre vergänglichen Blumen treibt, aber auch sie selbst verzehrt." Solche Gemüther, immer daS Höchste vor Augen habend, es stets als das Ziel ihres Lebens ansehend, sind, im Bewußtsein des ihnen vorschwebenden Ideals, niemals mit ihren Leistungen zufrieden und sehr oft üben sie gegen sich selbst eine Selbstkritik, die ihnen alle Freuden des Lebens trübt und fast bis zur Verzweiflung treibt. So war es bei Frommann. Kaum war dieser Catechismus fertig, sann er bald nach, eine neue Arbeit zu unternehmen, die dem Reiche Gottes förderlicher sein dürfte, als die bisher gelieferten. Er kam auf die Idee, das ganze Neue Testament ins Jüdisch-deutsche zu übersetzen und mit Einleitungen zu versehen. Callenberg staunte über die Idee. Denn woher die Kosten zu dem Unternehmen; noch mehr aber, woher Frommann die Zeit hernehmen möchte zu diesen umfangreichen Arbeiten, zumal er doch mit großem Fleiße dem Studium der Medizin obgelegen war. Aber Frommann meinte, er habe deS Nachts immer Zeit zu arbeiten, wenn er auch einige Stunden weniger schlafen sollte. Er schritt an's Werk, und nach etwas mehr denn einem Jahr sehen wir das ganze Neue Testament gedruckt in einzelnen Theilen mit Einleitungen, kleinen Anmerkungen vollständig fertig. Außerdem schrieb er einen ausführlichen Commentar und Einleitung zu dem Römerbrief, dessen Druck im November 1732 bereits vollendet war. — Aber so segensreich nun auch diese Arbeiten im Allgemeinen waren, so konnten sie doch nur dem Bedürfniß der halbgebildeten Juden abhelfen. Die Herrschaft, die damals der Talmud und rabbinische Satzungen über die Juden ausübten, und ausgeschlossen von allen bürgerlichen Geschäften und allen Wissenschaften bedienten sie sich keiner andern Sprache zur Abfassung wissenschaftlicher Werke, als der hebräischen, oder rabbinischen, und sahen mit Geringschätzung auf Schriften, ihr Inhalt mochte nach so bedeutend sein, die nicht in diesem Idiome abgesaßt waren. Frommann

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