Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 1-2 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 ment aus dem Urterte ins Hebräische zu übersetzen und.dasselbe mit einem weitläufigen hebräischen Kommentare zu versehen. Ein Unternehmen, daS vor ihm, bei der großen Seltenheit der vereinig-, ten Kenntniß beider Sprachen, nämlich des Griechischen und Hebräischen zugleich, nur theilweise und sehr fehlerhaft zur Ausführung gekommen war, und daher keineswegeS den Ansprüchen der Gelehrten genügen konnte. Und wenn es auch für genügend befunden worden wäre, so konnte es doch für die Juden, bei dem Mangel aller Kommentare, seinem Zwecke nicht entsprechen. Frommann suchte jeglichen Augenblick, den er in seinen Berufsstuvien abmüssigen konnte, dieser Arbeit mit Seufzern und inbrünstigem Gebet zu widmen. Um aber dieser im Namen Christi für seine unglücklichen Brüder unternommenen Arbeit die möglichste Zweckmäßigkeit zu verschaffen, unternahm er zuerst die Uebersetzung des Lucas ins Jüdisch-deutsche, der er eine höchst lesenswerthe Vorrede vorausschickte. In derselben sucht er mit großer Wärme den Juden zu zeigen, daß dieSchristen des Neuen Testaments, voller göttlicher Kraft nur Liebe predigend, keineswegs die Ursache der großen Mißhandlungen seien, die Israel von Seiten der Christen so viele Jahrhunderte erdulden mußte. Eben so zeigt er mit schlagenden Belegen aus vielen Stellen, daß der Herr keinesweges Israel verstoßen, für immer verstoßen hätte, sondern, daß ihr Fall lediglich zur Nacheiferung der Heiden dienen sollte, und daß Israel, wenn es sich zum Herren bekehre, wieder in seine frühere Herrlichkeit eingesetzt werden würde. Nächst diesen und andern Argumenten sucht er die Wahrheit der Schriften des Neuen Testaments aus inneren und äußeren Gründen zu beweisen, manche scheinbar^ Widersprüche, Einwürfe der Juden zu beseitigen und die Begriffe des Logos, des Himmelreiches aus rabbinischen Schriften ihnen zu erklären. Ueber dasselbe sagt Callenberg: „der Zweck war, damit die Juden eine vollständige Nachricht von dem Leben und der Lehre unseres Heilandes bekommen. Es sind kurze Anmerkungen derselben inserirt worden, um allen besorglichen Mißverstand von einigen Stellen abzuwenden. Man hat auch eine vorhergehende Mahnung zur Lesung des Reuen Testaments diesem Evangekio als