Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 1-2 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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9 Versprechungen an sich zu ziehen. Reinhardt gab seinem Fürsten davon Nachricht, und dieser erklärte, daß, wenn Augusti sich nicht scheute vor seine nunmehrigen Feinde zu treten, es immer geschehen möchte, wobei er ihm Schutz und Sicherheit versprach. Da er sich der Lauterkeiten seiner Absichten bewußt, das Licht nicht scheuen durfte, nahm er diesen Antrag mit Vergnügen an. Auf Befehl des Fürsten mußte ihn der Hofrath Janus, der Sekretär Hofmann nebst einigen fürstlichen Garden dahin begleiten und Empfehlungsschreiben an den regierenden Fürsten zu Dessau mitnehmen, worin die Absicht der Reise mitgetheilt und zugleich um Sicherheit für die Person des Augusti gebeten wird." „Der Tag, an welchem die Unterredung geschehen sollte, wurde bestimmt und eine sehr große Anzahl Juden aus allen herumliegenden Orten war in der Synagoge zugegen. Verstellte Freundlichkeit, Neugierde und Hoffnungen blickten bei der Versammlung deutlich hevor, welcher der Proselyt mit eben der Freudigkeit unter die Augen trat, mit welcher er die Synagoge verlassen hatte. An seiner Seite stand Hofrath Janus, der Sekretär, ein dessauischer Rath und die Geistlichkeit der Stadt. Die jüdischen Lehrer fingen an von den Vorzügen ihrer Religion zu reden und hielten ihm den Fluch, der diejenigen treffen sollte, welche sie verließen, vor. Er versicherte, wenn alle Rabbinen den Bann über ihn aussprechen sollten, er nicht davor erschrecken und sie dagegen segnen würde. Die Disputation dauerte sehr lange, und vorzüglich war das Thema über die bereits erfolgte Ankunft des Messias. Mit großer Gelehrsamkeit und innigster Ueberzeugung erklärte sich Augusti über die bereits erfolgte Ankunft in der Person Jesu Christi. Endlich zeigte er ihnen, wie er zu dieser Ueberzeugung gelangt sei, und daß weder Uebereilung, noch Hoffnung irdischer Vortheile einigen Antheil an seinem gefaßten Entschlüsse habe. Die ansehnlichsten Juden nahmen ihn bei Seite, baten ihn, sie nicht zu verlassen und machten ihm die größten Versprechungen. Allein er bezeugte mit Wehmuth, daß, wenn sie keine andern Gründe gegen ihn Vorbringen könnten, er seiner besseren Ueberzeugung folgen würde. Hofrath Januö fragte: ob sie etwas Ungerechtes gegen ihn anzeigen könnten? Und alle gaben ihm das vor-