Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 11-12 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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175 sie sogleich zu der Frage, ob denn die Christen eine zweite Ankunft des Messias erwarteten. Ich erklärte ihnen nun die Schriftlehre von der ersten Ankunft des Messias, um zu leiden, und von seiner zweiten in Herrlichkeit. Diese neue Offenbarung gab ihnen ein lebendiges Interesse für unfern heiligen Glauben, während sie ihren Unglauben erschütterte, und erweckte in ihnen das Verlangen, mit dem Glauben besser bekannt zu werden, der so viel biblische Wahrheit zum Grunde habe. „Und wenn wird Christus kommen?" fragten sie. „Diese Frage," erwiderte ich, „beantwortet das Wort Gottes nicht so bestimmt; eS sagt uns einfach, daß diesem Ereignisse viele Zeichen vorangehen werden, die uns zur Buße, Wachsamkeit und zum Gebet leiten sollen." „Sind nicht die gegenwärtigen Kriege die Leiden der letzten Tage?" fragten sie wieder. „Das kann ich nicht mit Gewißheit sagen, aber das weiß ich, ohne den Schleier der Zukunft lüften zu wollen, daß es unsere Pflicht ist, uns warnen zu lassen, denn wenn der Engel der Verwüstung ausziehcn wird zu seinem finstern Werke der Rache, dann wird nichts helfen als der Glaube an den Erlöser und die Vergebung durch sein allerkostbarstes Blut." „Sie haben Recht. Geben Sie uns einige Tractate, und wir werden Sie Wiedersehen." Am folgenden Tage hatte ich eine Unterhaltung mit einem Juden in Artakeui, welcher etwas im Neuen Testamente und dem „Wahren Israeliten" gelesen hatte. Auf meine Frage, ob er eininigen Nutzen aus diesen Büchern gezogen habe? bemerkte er, daß seine religiösen Ansichten ihm nicht erlaubten, sich mit den Meinungen der Protestanten zufrieden zu erklären. Ich. führte ihm zu Gemüthe, daß unsere Lehren nicht das Erzeugniß deS Gehirns seien, sondern die geoffenbarten Wahrheiten der Schrift, welche sowohl Juden als Christen für inspirirt anerkennten. Er vermied eine bestimmte Antwort, indem er sagte, daß in den Bibeln Vieles dunkel und geheimnißvoll sei und nur von denen begriffen werden könnte, welche durch die Lehre des Talmuds erleuchtet worden sind. Ich sagte ihm, daß dies eine bloße Zufluchtsstätte der Lüge sei, wohin alle Juden fliehen, wenn sie nicht im Stande sind, die deutlichen Aussprüche des Wortes Gottes zu bestreiten; aber ich versicherte ihn auch, daß