Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 9-10 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2554541-2554653-2554659--02125-2557986- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
141 zu-besitzen, bis auf den heutigen Tag gebildet; in den meisten Theilen des Distriktes wird.darauf zurückgegangen, wenn in Folge von Veränderungen, die durch Anschwemmung oder Abspülung veranlaßt sind, es nothwendig ist, das Land zu vertheilen. Dieses System der Theilung heißt poocha-waree; poocha ist der Ausdruck für Loos. Nachdem das Land zuerst in verhältnißmäßige Theile zerlegt ist durch Personen, die zu dem Zwecke ausgewählt sind, nach der Zahl der zu versorgenden Familien, wird eine ähnliche Anzahl Kiesel oder Holzstückchen genommen und in ein irdenes Gefäß gethan. Jedes der Theilgenossen schreibt seinen Namen oder Zeichen auf eines derselben, und alle werden zusammengeschüttelt; dann gehew die Priester und Aeltesten zu den verschiedenen Loostheilen und legen einen der Kiesel auf jeden; der Mann, dessen Name auf dem Kiesel steht, wird dänn der Eigenthümer des Looses, das in den meisten Fällen im Besitze seiner Nachkommen bleibt. Vermessungen werden nicht angewandt; die eben beschriebene Weise, das Land zu theilen, ist angegeben bei Josephus im 1. Kap. des 5. Buches seiner Alterthümer. Wir können keine bessere Autorität haben, denn diese, in Betreff der jüdischen Ueberlieferungen dieser Zeit. In der Schrift lesen wir, Daß das Land durchs Loos an sie vertheilt wurde, und Josephus erzählt uns, welche Weise man in seiner Zeit für die ansah, in der die Theilung durchs Loos ausgeführt wurde. Trotz des Mangels aller wirklichen Ausmessung ist es erstaunenswerth, wie schön und unpartheiisch diese-ursprünglichen Loose waren, so daß wir es bei der Besteurung des Landes nicht nothwendig fanden, eine Aenderung in der innern Vertheilung der Einnahme zu machen. Wenn wir jetzt den großen Unterschied .erwägen, der in den angrenzenden Feldern rücksichtlich des Bodens, in verschiedenen Theilen der Dörfer rücksichtlich der Leichtigkeit der Bewässerung sich bemerklich macht, muß die vollkommen angemessene erste Verloosung uns mit Staunen erfüllen. Derselbe Mangel der Vermessung bei der Verschiedenheit des Bodens ist erwähnt bei Josephus. „Darum glaubte Josua, das Land sollte mehr nach der Abschätzung seiner Güte, denn nach der Größe seines Umfangs für die Stämme getheilt werden, indem oft der Fall eintrat, daß ein